2017
November
Standard

Warum der Enceladus-Ozean nicht einfriert

Dass der Saturnmond Enceladus unter seiner Eiskruste einen ganzen Ozean verbirgt, wissen wir, seit die Cassini-Sonde durch die Dampffahnen der Enceladus-Geysire geflogen ist. Das Ergebnis war eindeutig: Der Ozean ist salzig und enthält organische Moleküle. Aber woher kommt die Wärme, die das Eis schmilzt? Der Mond ist zu klein, um noch Hitze aus seiner Entstehungszeit gespeichert zu haben. Die Energie muss ihm täglich neu zugeführt werden.

Schuld daran dürfte Saturn sein, der Riesenplanet, den Enceladus umkreist. Seine gewaltigen Anziehungskräfte kneten den Mond kräftig durch. Dabei ensteht Reibung und somit Abwärme, die letztlich das Eis unter der Kruste schmelzen lässt. Leider gibt es bei der Rechnung ein Problem: Es reicht nicht, wenn die Kräfte des Saturn nur die Kruste des Mondes massieren. Der Ozean verliert in der Eiseskälte daiernd bos zu 20 Gigawatt an Wärmeleistung, die allein aus der Kruste nicht aufzubringen sind. Unter diesen Umständen würde der Ozean nicht länger als 30 Millionen Jahre flüssig bleiben.

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