Draugr, Poltergeist, Phobetor – Neues vom Familienstammbaum der Planeten

Draugr, Poltergeist und Phobetor: So heißen heute die ersten drei Planeten, die außerhalb des Sonnensystems entdeckt und bestätigt wurden (zwei frühere Kandidaten verwarf man wieder bzw. klassifizierte sie falsch). Das Trio umkreist den Pulsar PSR 1257+12, auch Lich genannt, was die Entdeckung enom erleichtert hat. Bei allen drei handelt es sich um Gesteinsplaneten.

Inzwischen haben sie jede Menge Geschwister bekommen. Etwa 3500 Exoplaneten sind bis dato registriert, mit unterschiedlichsten Methoden. Bei solch einer großen Familie ist es dann auch mal an der Zeit für einen Familienstammbaum, den Astronomen jetzt durch genaues Durchzählen aller Planetengrößen aufgestellt haben.

Daraus ergeben sich vor allem zwei Erkenntnisse. Erstens – in der Gasscheibe, die den jungen Stern umgibt, entstehen zunächst einmal Gasgiganten ähnlich wie Jupiter. Das ist dann der erste Zweig des Stammbaums (siehe oben). Danach folgt aber, zweitens, eine weitere Trennung: es entstehen auf der einen Seite Erden und Supererden, Gesteinsplaneten mit höchstens 1,75 Erdmassen, und zum anderen Mini-Neptuns ab 2 bis 3,5 Erdmassen, die eine dichte Gashülle über einem Gesteinskern besitzen.

Die Verteilung kleinerer Planeten im All (Gasgiganten nicht berücksichtigt, Bild: NASA/Ames/Caltech/University of Hawaii (B. J. Fulton))

Dazwischen hat man bisher nur sehr wenige Planeten identifiziert, was die Forscher nach den Gründen suchen lässt. Sie vermuten, dass es, physikalisch bedingt, eine Grenze gibt: Falls ein Gesteinsplanet auf irgendeinem Weg eine bestimmte Menge Gas aufsammelt (ein Prozent seiner Masse sollte schon genügen), wird er sich zu einem Mini-Neptun weiterentwickeln. Tut er das nicht, bleibt er ein terrestrischer Planet.

Wie die Lücke in der Planetenverteilung entstehen könnte (Bild: NASA/Kepler/Caltech (R. Hurt))

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