Eine neue Sorte Stern: Was sind BLAPs?

Jeder Stern verändert sich im Lauf seines Lebens: Helligkeit, Temperatur, Größe oder Farbe können sich entwickeln. Besonders drastisch fallen die Veränderungen aus, wenn der Stern auf einen neuen Brennstoff umsteigt, weil der alte inzwischen nicht mehr ausreicht.

Bei manchen Exemplare jedoch kommt es zu periodischen Schwankungen, etwa bei den Cepheiden, Riesensternen, die in einem Rhythmus zwischen 1 und 130 Tagen ihre Helligkeit um bis zu zwei Größenklassen verändern, oder den RR-Lyrae-Sternen, die ähnlich stark schwanken, aber in deutlich kürzerer Zeit von 0,2 bids 1,2 Tagen. Astronomen lieben diese Veränderlichen, weil sich darüber Entfernungen im All messen lassen. Man weiß nämlich, dass Periode und absolute Leuchtkraft miteinander in Beziehung stehen. Misst man die Periode und die scheinbare Helligkeit, erfährt man, wie weit der Stern (und seine Umgebung) entfernt sein muss.

Deshalb beobachten Astronomen diese Veränderlichen intensiv. Dabei ist ihnen schon 2013 eine Gruppe von Sternen aufgefallen, die einerseits sehr viel schneller (im Bereich 20-40 Minuten) pulsieren und andererseits deutlich blaueres Licht abstrahlen. Sie müssen also auch heißer sein. Solche Sterne bekamen die Abkürzung BLAPs verpasst (Blue Large-Amplitude Pulsators). Doch wobei handelt es sich darum?

Man vermutete schnell, dass es sich um besonders heiße Zwergsterne handeln könnte. Diese befinden sich am Ende ihres Lebenszyklus und fusionieren Helium zu Kohlenstoff. In einem Paper in Nature Astronomy bestätigen Astronomen diese Vermutung nun auch mit Hilfe von Teleskop-Beobachtungen mit den Gemini- und Magellan-Teleskopen in der chilenischen Atacama-Wüste. Dabei gelang es ihnen auch, Spektren dieser Sterne aufzuzeichnen. Deren Auswertung zeigte nun, dass die Helligkeitsveränderungen mit Temperaturveränderungen an der Oberfläche zu tun haben müssen und dass die BLAPs etwa fünfmal so heiß wie die Sonne sind (bis zu 30.000 Kelvin) – ganz typisch für die heißen Weißen Zwerge. Doch die BLAPs sind deutlich größer als ihre normalen Vettern – es handelt sich also wohl um eine bisher unbekannte Form von Stern. Warum sie pulsieren, ist bisher nicht klar.

Wo sich der neue Sterntyp nach Temperatur (x-Achse) und Helligkeit einordnen lässt (Bild: Paweł Pietrukowicz)

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