Erste Satelliten des Breakthrough-Starshot-Programms im All

Mit dem Projekt „Breakthrough Starshot“ will eine vom russischen Millionär Yuri Milner inspirierte Gruppe Mini-Raumschiffe per Laserstrahl zu den nächsten Sternen schicken. Das Konzept greife ich in Proxima Rising auf, das soeben erschienen ist, deshalb passt es auch prima, dass die Initiative gerade heute den ersten Start eines Mini-Satelliten verkündet hat. Tatsächlich liegt das Ereignis allerdings schon einen Monat zurück: Die Winzig-Raumschiffe starteten bereits am 23. Juni an Bord der Nanosatelliten Max Valier und Venta in den niedrigen Erdorbit.

Das war eine wirklich weltweite Zusammenarbeit: Das aktuelle Konzept der Mini-Satelliten, „Sprites“ genannt (Foto), basiert auf einem Kickstarter-Projekt des Doktoranden Zac Manchester aus den USA. Ins All gelangten sie an Bord von zwei Satelliten, die die Bremer Firma OHB System AG entwickelt hat. Als Transportesel in den Weltraum fungierte eine indische PSLV-Rakete, die vom Weltraumbahnhof Satish Dhawan Space Centre etwa 80 Kilometer nördlich von Chennai (früher Madras) startete.

Die Sprites wiegen je vier Gramm, sind 3,5 Quadratzentimeter groß und mit Solarzellen, einem Microcontroller, Sensoren und Funktechnik ausgestattet. In dieser Austattung soll ihre Herstellung etwa 20 Dollar kosten, die gesamten Startkosten liegen dann bei erschwinglichen 1000 Dollar pro Sprite. Sie sollen nun für etwa zwei Jahre im All getestet werden. Es handelt sich allerdings nicht um ihre erste Erprobung im All: Sie wurden – vor der Ankündigung des Starshot-Programms – zum Beispiel schon einmal an der Außenwand der ISS getestet.

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