Hat der Mars Ringe? Heute nicht, gestern vielleicht, morgen sicher

Planetare Ringe sind in unserem Sonnensystem gar nicht so selten – doch unser Nachbarplanet Mars besitzt keine. Stattdessen wird er von zwei relativ kleinen Monden umkreist, Phobos und Deimos. Das war vielleicht nicht immer so, so eine Theorie von Forschern der Purdue University in West Lafayette, Indiana. Die Wissenschaftler gehen aus, dass vor 4,3 Milliarden Jahren ein gigantischer Einschlag im heutigen Nordpolar-Bassin des Mars einen Kreislauf in Gang setzte, der bis heute anhält. Die Kollision setzte demnach eines große Menge an Material frei, die sich im Orbit des Mars sammelte. Über die Jahrmillionen verdichtete sich der Staub zu einem Ring und schließlich zu einem Mond.

Der größere der beiden Marsmonde ist derzeit noch ca. 6000 km von der Marsoberfläche entfernt.

Doch dann passierte etwas, das wohl auch dem heutigen Phobos in 70 Millionen Jahren bevorsteht: der Planet zog den Mond immer näher an sich heran, bis er beim Überschreiten der so genannten Roche-Grenze von der Gravitation des Mars zu einem neuen Ring zermalmt wurde, wobei ein Teil des Materials auf den Planeten herabregnete. Danach könnte sich der Rest des Materials im Ring zu einem neuen Mond formiert haben, der am Ende ebenfalls zerrissen wurde. Der Prozess könnte sich in der Geschichte des Mars drei bis sieben Mal wiederholt haben. Jeder neue Mond hätte dann nur noch ein Fünftel der Masse des Vorgängers gehabt.

Marsmond Phobos selbst kann jedenfalls nicht bei dem Einschlag vor 4,3 Milliarden Jahren entstanden sein, sonst hätte seine Existenz längst den Orbit seines Geschwisters Deimos gestört, so die Forscher.

In 70 Millionen Jahren wird marsmond Phobos zu einem Ring zersplittern. Und dann? (Bild: Purdue University Envision Center.)

Kommentar verfassen