Ligo-Gravitationswellendetektor beobachtet Verschmelzung zweier Neutronensterne

Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern – nun haben es die beteiligten Institutionen weltweit in einer eigens einberufenen Pressekonferenz bestätigt: Dem Ligo-Gravitationswellendetektor ist es erstmals gelungen, bei der Verschmelzung zweier Neutronensterne entstandene Gravitationswellen nachzuweisen. Bisher war der Nachweis nur für Kollisionen Schwarzer Löcher gelungen.

Neutronensterne sind sehr kompakte Objekte, deren Kern aus dicht gepackten, neutralen Elementarteilchen (Neutronen) besteht. Sie sind deutlich leichter als viele Schwarze Löcher; die Gravitationswellen, die bei ihrer Kollision entstehen, sind deshalb weit weniger stark. Den Forschern kam zugute, dass das große Ereignis in der relativ nahe gelegenen Galaxie NGC 4993 stattfand, die nur 130 Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist. So konnten die Astronomen den Vorgang auch in anderen Wellenlängen beobachten, u.a. optisch und im Radio-, Röntgen- und Gamma-Bereich (als Gammablitz GRB 170817A).

Das ist in vieler Hinsicht spannend. Es zeigt zum einen, dass die Gravitationswellen-Astronomie leistungsfähig ist. Es bestätigt aber auch die Überlegungen, die man zur Entstehung schwerer Elemente angestellt hat. Während man früher dachte, Supernova-Explosionen wären die Quelle von Gold & Co., hält man nun Neutronenstern-Kollisionen dafür. Tatsächlich ließ sich nun sogar ein Materiestrahl beobachten, der von der so genannten Kilonova ausging. Als Kilonova bezeichnet man Ereignisse, die zwar 1000 mal mehr Energie freisetzen als eine normale Nova, aber wesentlich lichtschwächer als eine Supernova sind. Neutronensterne sind im All vielleicht so gar häufiger als Schwarze Löcher, da sie zu ihrer Entstehung keine gar so schweren Vorgänger-Sterne benötigen.

Wenn Neutronensterne verschmelzen

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