Mindestens sechs bewohnbare Planeten rund um nahegelegenen Zwergstern aufgespürt

Trappist-1 ist ein Zwergstern im Sternbild Wassermann. Der Rote Zwerg, nur 39 Lichtjahre von uns entfernt, ist kaum größer als unser Planet Jupiter, dabei aber etwa 80 Mal so schwer. Dadurch kann er, anders als Jupiter, Wasserstoff zu Helium fusionieren – und so zu einer potenziell lebensspendenden Sonne werden. Die Fusionsreaktionen laufen im Inneren von Trappist-1 viel langsamer ab als in unserem Muttergestirn. Das hat den Vorteil, dass er langlebig ist (seine Lebenserwartung liegt bei zehn Billionen Jahren!), aber den Nachteil, dass er weitaus weniger Licht abgibt. Damit ein Planet also genauso viel Energie abbekommt wie die Erde von der Sonne, muss er eine viel engere Umlaufbahn haben.

Dass Trappist-1 ein Planetensystem besitzt, haben Astronomen schon vergangenes Jahr entdeckt. Doch es sind offenbar nicht nur drei Begleiter, sondern sieben, wie jetzt im Magazin Nature veröffentlichte Messungen zeigen. Die inneren sechs bewegen sich alle 1,5 bis 13 Tage einmal um ihre rote Sonne. Dabei haben sie sich auf einen gemeinsamen Rhythmus geeinigt, einen synchronen Orbit, was den Forschern ermöglicht hat, ihre Masse herauszufinden. Überraschung: diese liegt in der Größenordnung der Erde, es handelt sich also um Gesteinsplaneten – oder auch um Objekte ähnlich den Saturn- und Jupitermonden, die aus Eis und Gestein bestehen.

Wie es auf der Oberfläche des sechsten Planeten Trappist-1f aussehen könnte (künstlerische Vorstellung, Bild: NASA/JPL-Caltech)

Die Entdeckung ist auch deshalb besonders spannend, weil Rote Zwerge zu den häufigsten Sternen der Milchstraße gehören. Wenn alle so eine lebhafte Planeten-Familie mit sich führen, hätte das Leben viele Gelegenheiten, sich zu entwickeln. Die Wahscheinlichkeit dafür ist hoch, denn man hat die Planeten nur deshalb nachweisen können, weil Erd-Teleskope quasi genau von der Seite auf das System blicken, sodass die Planeten regelmäßig die eigene Sonne abdunkeln. Ohne diese Hilfe hätten wir die Planeten nicht entdecken können – also gibt es vermutlich noch zahlreiche weitere, die wir nur einfach nicht sehen.

Ob es allerdings tatsächlich dort Leben gibt, ist unklar. Die Planeten liegen zwar in der habitablen Zone, aber das heißt nicht, dass es auf ihnen Wasser geben muss. Bei den mittleren drei gehen die Forscher immerhin davon aus, dass das möglich ist.

Die sieben Planeten um Trappist-1 im Vergleich zu unserem Sonnensystem – angeordnet nach gleichem Betrag ankommender Energie
(Grafik: IoA/Amanda Smith)

 

Ein ESA-Film erzählt spannende Details über die neu entdeckten Planeten

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