Raumsonde Cassini: spannende Forschung bis zum Schluss

Es ist ein Abschied auf Raten: Schon seit 30. November hat Mission Control der Saturn-Sonde Cassini eine neue Bahn verschrieben. Ihr endgültiges Ziel ist die Atmosphäre des Ringplaneten – und damit der gewaltsame Tod des Satelliten.

Cassini, seit 20 Jahren im All unterwegs, hat Erstaunliches für die Wissenschaft geleistet. 2005 hat sie den ESA-Lander Huygens auf dem Mond Titan abgesetzt, der die ersten Bilder von der Oberfläche einer Welt im äußeren Sonnensystem lieferte. Im Orbit um Enceladus lieferte Cassini zunächst beeindruckende Bilder, doch dann auch Daten über die Zusammensetzung der Auswürfe der Eis-Vulkane, die auf einen riesigen unterirdischen Ozean schließen lassen. Einem Meer, in dem es sogar Leben geben könnte – Cassini wird allerdings nicht mehr in der Lage sein, diese Frage final zu beantworten.

Warum geht Cassini dann nicht in den verdienten Ruhestand, wie es etwa für die Voyager-Sonden vorgesehen ist? Es fehlt an Treibstoff. Im Saturn-System kann Cassini nicht auf ewig kreisen, irgendwann wird sie irgendwo abstürzen? Die Forscher fürchten, dass das auf Enceladus oder Titan passieren könnte, mit der Gefahr, dass diese Welten dann von Erd-Bakterien kontaminiert würden. Deshalb schickt man Cassini lieber in den sicheren Tod in einer Umgebung, in der kein irdisches Leben ausharren kann.

Dieses »Große Finale« läuft gerade. Cassini hat zunächst in insgesamt 20 Orbits den Saturn-Nordpol überflogen und sich ans äußere Ende der Haupt-Ringe gepirscht. Nun folgen weitere Orbits zwischen dem inneren Ende der Ringe und dem Planeten. Dabei wird Cassini auch Ring-Material analysieren und Fotos aus nächster Nähe liefern. Den Schluss bildet dann der kontrollierte Absturz in die Atmosphäre des Saturn, der voraussichtlich am 15. September erfolgen wird.

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