Wärme-Anomalien in der Nähe des Enceladus-Südpols gefunden

Schon 2005 hat die Cassini-Sonde erstmals nachgewiesen, dass der Saturn-Mond Enceladus geologisch aktiv ist und am Südpol Fontänen eisiger Dämpfe ausstößt. Dass der Mond einen unterirdischen Ozean besitzen muss, gilt als nachgewiesen. Doch wie tief liegt er? In meinem Roman „Enceladus“ gehe ich davon aus, dass die Eisschicht am Südpol nur wenige Kilometer dick ist. Das hatten zuvor französische Forscher basierend auf theoretischen Überlegungen behauptet – und es ist natürlich einfacher, 5 Kilometer in die Tiefe zu bohren als 50 Kilometer.

Wie eine Veröffentlichung in Nature Astronomy zeigt, ist diese Annahme nicht nur berechtigt, sondern sogar sehr wahrscheinlich. Forscher stützen sich darin auf detaillierte Radar-Aufnahmen einer Region etwas nördlich der Tiger Stripes (Sulci), die der Cassini-Sonde nun gelungen sind. Das Mikrowellen-Radar von Cassini hat eine Eindringtiefe von mehreren Metern und konnte damit auch die Temperaturen unterhalb der Oberfläche bestimmen.

Daraus leiten die Forscher nun ab, dass es unter dem Polargebiet des Eismondes ein Produktions- und Transport-System für Wärme geben muss, dass auf ein flüssiges Reservoir hinweist, welches nur wenige Kilometer unter der Oberfläche beginnt. Zudem hat man auf den Aufnahmen auch einen „schlafenden“, also derzeit nicht aktiven Sulcus gefunden, der Hinweise auf episodische Aktivität gibt. Der Mond wird damit zu einem immer spannenderen Ziel für Expeditionen – beim Jupitermond Europa etwa soll der Ozean erst 40 Kilometer unter der Oberfläche beginnen.

Blick auf den Südpol des Enceladus mit den großen Tiger Stripes (Sulci, Bild: Cassini Imaging Team, NASA

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