Wer wird das letzte Lebewesen auf der Erde sein?

Es heißt ja immer, Kakerlaken würden jede Katastrophe überstehen. Aber falls jemals eine Supernova in unserer Nachbarschaft die Erde in ein Gammastrahlungs-Bad taucht, wäre dies das Ende auch der hiesigen Kakerlaken-Population. Überlebende gäbe es trotzdem noch, wie Astrobiologen in einem Bericht in Scientific Reports beschreiben. Sie sind meist weniger als einen Millimeter groß und gehören zum Stamm der Bärtierchen.

Bärtierchen leben im Meer und an Land. Dass sie auch in Extremfällen noch überlebensfähig sind, weiß die Biologie schon länger. Trockenheitsperioden, Kälteeinbrüche, starke Schwankungen im Salzgehalt des Wassers oder Sauerstoffmangel überstehen sie mit Hilfe ausgeklügelter Strategien. An Bord des Satelliten FOTON-M3 hat die ESA 2007 die Tiere dem Vakuum, der Kälte und der Strahlung des Alls ausgesetzt – und trotzdem überlebten sie. Temperaturen bis -273 Grad Celsius und Austrocknung können ihnen nicht den Garaus machen.

Das sind natürlich gute Voraussetzungen, zum ultimativen Überlebenden auf der Erde zu werden. Die Forscher zeigen, dass weder eine Supernova noch ein gewaltiger Asteroideneinschlag die Bärtierchen ausrotten würden. Lediglich eine sterbende Sonne, die im Roter-Riese-Stadium die Erde in ihre Atmosphäre einhüllt, würde unseren Planeten komplett sterilisieren.

Das zeige, so die Forscher, dass Leben wohl, wenn es einmal entstanden sei, auch anderswo nur schwer wieder auszurotten sein dürfte. Ein gutes Zeichen also für die Bemühungen, auf dem Mars oder in den Ozeanen der Eismonde Leben aufzuspüren.

Rasterelektronenmikroskop-Foto von Milnesium Tardigradum (Bild: Schokraie E, Warnken U, Hotz-Wagenblatt A, Grohme MA, Hengherr S, et al. (2012), CC-by-SA-2.5)

Kommentar verfassen