Wir alle sind halbe Extragalaktiker

Die Milchstraße besteht etwa zur Hälfte aus Material, das aus anderen Galaxien stammt – und damit auch all ihre Sterne und letztlich auch ihre Bewohner. Das haben Astrophysiker der Nortwestern University mit Hilfe von Computersimulationen der Gasströme zwischen Galaxien in der Art der Milchstraße herausgefunden.

In ihrer in den Monthly Notices of the Royal Astronomical  erschienenen Studie untersuchen die Forscher, wie sich die Galaxien seit dem Urknall geformt haben. Es zeigt sich, dass etwa durch Supernova-Explosionen aus einer kleineren Galaxie herausgeschleudertes Material als galaktischer Wind größere Galaxien wie die Milchstraße erreicht, wo es dann zur Sternentstehung beiträgt. Der galaktische Wind kann dabei bis zu 50 Prozent des für die Sternbildung genutzten Gases herantragen.

Der Prozess dauert, obwohl sich diese intergalaktischen Ströme mit mehreren hundert Kilometern pro Sekunde bewegen, aufgrund der enormen Entfernungen zwischen den Galaxien einige Milliarden Jahre. Das Video unten zeigt das Ergebnis der Supercomputer-Simulation visualisiert.

Die Galaxie M81 (unten rechts) hat durch Supernova-Explosionen aus der Galaxie M82 (oben links) ausgestoßenes Material aufgenommen (Bild: Fred Herrmann)

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