Hard Science Fiction von Brandon Q. Morris
Methan-Seen auf dem Saturnmond Titan: nichts für Surfer Titan

Methan-Seen auf dem Saturnmond Titan: nichts für Surfer

Der größte Saturnmond Titan gehört zu den erdähnlichsten Himmelskörpern des Sonnensystems. Er besitzt eine dichte Atmosphäre, Wetter, Wolken, Niederschläge, die sich zu Flüssen und Seen formen – nur übernimmt Methan (neben anderen Kohlenwasserstoffen) hier die Funktion, die Wasser auf der Erde hat. Das funktioniert natürlich nur, weil es auf der Oberfläche des Mondes sehr viel kälter ist. In den Details führt das dann doch zu gewissen Unterschieden. So bestehen Wüsten und Dünen auf Titan nicht aus Sand, sondern aus Eis – dessen Körner jedoch wie Sand aussehen. Im Magazin Earth and Planetary Science Letters beschäftigen sich Astronomen jetzt mit den…
Wie tote Sterne Planeten gebären können Space

Wie tote Sterne Planeten gebären können

Wenn ein Stern in einer gewaltigen Supernova-Explosion stirbt, bleibt normalerweise nur sehr wenig von ihm übrig. Das meiste Material wird abgestoßen, das betrifft auch jeden einzelnen Planeten. Nur ein kleiner, sehr dichter Kern bleibt übrig, der je nach Ausgangsmasse zum Neutronenstern (falls er schnell rotiert: zum Pulsar) oder zum Schwarzen Loch wird. Trotzdem befanden sich die ersten Exoplaneten, die 1992 entdeckt wurden, im Orbit um solch eine Sternleiche – um den Pulsar PSR 1257+12. Mit den Theorien zur Planetenentstehung ist das schwer vereinbar. Wo eine Supernova stattfand, wächst kein Planet mehr. Hat der tote Stern sich seinen Begleiter etwa eingefangen,…
Schnellläufer-Sterne: Besucher aus einer anderen Galaxie Space

Schnellläufer-Sterne: Besucher aus einer anderen Galaxie

Die meisten Sterne in unserer kosmischen Umgebung sind relativ gemütlich unterwegs. Zwar bewegt sich das Sonnensystem mit etwas über 200 Kilometern pro Sekunde um den Kern der Milchstraße, doch darin steckt nur ein relativ geringer radialer Anteil (das ist der Geschwindigkeitsanteil in Richtung Zentrum): Die Sonne und die Sterne in ihrer Umgebung entfernen sich, schätzt man, mit etwa 15 Kilometern pro Sekunde vom galaktischen Zentrum. Es gibt jedoch Sterne, die weitaus schneller unterwegs sind, mit 100 bis 300 km/s. Bei solcher Hektik kann diese sogenannten Schnellläufer (oder hypervelocity stars, HSVs) die Schwerkraft der Milchstraße nicht mehr halten. Was beschleunigt…
Der Totentanz der Schwarzen Löcher Space

Der Totentanz der Schwarzen Löcher

Erstmals haben Forscher zwei sich umkreisende, superschwere Schwarze Löcher identifiziert – das Ergebnis von zwölf Jahren Arbeit. Dass Schwarze Löcher manchmal miteinander verschmelzen, weiß man seit den Gravitationswellen-Messungen von LIGO. Aber es war zuvor noch nicht gelungen, sie gewissermaßen in ihrem Totentanz zu fotografieren – wenn etwa zwei Galaxien verschmelzen, umkreisen sich die Schwarzen Löcher in ihrem Zentrum zunächst für lange Zeit, bevor sie sich vereinigen. Was dann für ein hübsches Signal am LIGO-Detektor sorgt. (mehr …)
Ein zweiter Mars hinter dem Kuiper-Gürtel? Space

Ein zweiter Mars hinter dem Kuiper-Gürtel?

Das Sonnensystem ist aus einer rotierenden Gas- und Staubscheibe entstanden. Dementsprechend bewegen sich alle Planeten und die meisten der anderen Objekte in einer einzigen Ebene, der Ekliptik. Falls Asteroiden, Kleinplaneten oder Kometen sich nicht daran halten, dann ist in der Regel die Anziehungskraft eines der großen Planeten daran Schuld, die die ursprüngliche Bahn destabilisiert hat. In einem neuen Paper haben Forscher nun die Bahnebenen aller bekannten Objekte des Kuipergürtels zusammengefasst (dazu gehört u.a. auch der ehemalige Planet Pluto) und daraus einen Mittelwert berechnet. Kuipergürtel-Objekte (KBOs), die wahrscheinlich dem Einfluss des äußersten Planeten Neptun unterworfen sind (das ist an ihren…
Draugr, Poltergeist, Phobetor – Neues vom Familienstammbaum der Planeten Space

Draugr, Poltergeist, Phobetor – Neues vom Familienstammbaum der Planeten

Draugr, Poltergeist und Phobetor: So heißen heute die ersten drei Planeten, die außerhalb des Sonnensystems entdeckt und bestätigt wurden (zwei frühere Kandidaten verwarf man wieder bzw. klassifizierte sie falsch). Das Trio umkreist den Pulsar PSR 1257+12, auch Lich genannt, was die Entdeckung enom erleichtert hat. Bei allen drei handelt es sich um Gesteinsplaneten. Inzwischen haben sie jede Menge Geschwister bekommen. Etwa 3500 Exoplaneten sind bis dato registriert, mit unterschiedlichsten Methoden. Bei solch einer großen Familie ist es dann auch mal an der Zeit für einen Familienstammbaum, den Astronomen jetzt durch genaues Durchzählen aller Planetengrößen aufgestellt haben. (mehr …)
Sommer-Sonnenwende in Titans Norden Titan

Sommer-Sonnenwende in Titans Norden

Auf der nördlichen Hemisphäre des Saturnmondes Titan ist gerade die Zeit der Sonnenwend-Feuer: Am 24. Mai erreichte den Nordpol des Mondes soviel Sonnenlicht wie sonst nie in seinem fast 30-jährigen Zyklus, den der Umlauf seinen Planeten Saturn um die Sonne verursacht. Das Foto ist eine Aufnahme der Cassini-Sonde vom 9. Juni 2017 aus einer Entfernung von 507.000 Kilometern. Deutlich erkennbar sind helle Methanwolken in hohen nördlichen Breiten sowie die Methan- und Ethan-Seen, die sich rund um den Nordpol des Mondes ausbreiten. (mehr …)
Nemesis, der unbekannte Zwillingsbruder der Sonne Space

Nemesis, der unbekannte Zwillingsbruder der Sonne

Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstand die Sonne innerhalb einer dichten molekularen Wolke. Vermutlich nicht allein – das haben Astronomen schon länger vermutet. Der bislang unbekannte Zwilling hat sogar schon einen Namen bekommen: Nemesis, weil man annahm, dass seine Gravitation dafür verantwortlich gewesen sei, einen Riesen-Meteoriten auf Kollisionskurs zur Erde geschickt und damit die Saurier ausgerottet zu haben. Gefunden hat man Nemesis allerdings bisher nicht. Das erscheint umso seltsamer, weil sich die Hinweise häufen, dass Sterne generell immer als Doppelsysteme geboren werden. In einem neuen Paper in den Notices of the Royal Astronomic Society begründen das Forscher anhand von Beobachtungen zahlreicher…