Planetenfahndung mit dem molekularen Fingerabdruck

Der Stern Beta Pictoris ist 63 Lichtjahre von der Erde entfernt. 1983 hat man in seinem Orbit eine Staubscheibe entdeckt, 2008 einen Exoplaneten. Der Gasriese mit dreizehnfacher Jupitermasse heißt folglich Beta pictoris b. Jetzt hat der Planet als Probelauf eines neuartigen Verfahrens der Planetenfahndung gedient. Die Technik, die das Forscherteam hier beschreibt, funktioniert so:

Dass man Planeten im Teleskop kaum direkt sehen kann, liegt normalerweise an der Helligkeit des Zentralsterns, der alles überstrahlt. Alles? Fast. Wenn man nämlich das empfangene Licht spektrografisch auf für bestimmte Molekülarten charakteristische Wellenlängen aufteilt, kann man den Stern aus der Aufnahme herausrechnen. Sterne sind so heiß, dass dort weder Wasser noch Kohlenmonoxid existieren können, also können von dort auch keine entsprechenden Frequenzen kommen.

Bei Beta Pictoris b sieht es konkret so aus: Bei CO, H2O, CH4 und NH3 verschwindet der Stern. Aber nur bei CO und H2O wird gleichzeitig der Planet sichtbar. Offenbar ist der Gasriese so heiß, dass Methan und Ammoniak dort nicht molekular existieren können. Die Forscher können also zusätzlich auch gleich die Temperatur des Planeten ermitteln, die in diesem Fall bei 1700 Grad liegt. Der Planet dreht sich zudem sehr schnell um die eigene Achse – mit einer Rotationsperiode von etwa acht Stunden, die eine Äquatorialgeschwindigkeit von 100.000 km/h ergibt, ist er der schnellstdrehende bekannte Planet.

Aufnahmen des Beta-Pictoris-Systems in verschiedenen Spektralbereichen (Bild: UNIGE)
Künstlerische Darstellung von Beta Pictoris b (Bild: ESO L. Calçada/N. Risinger (skysurvey.org))

 

Schreibe einen Kommentar

*
*