2018
April
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Eine gigantische Kaltfront im Perseus-Cluster

Wenn die Tagesschau-Meteorologin vor einer Kaltfront über der Nordsee warnt, erwartet uns trübes Frühlingswetter mit Temperaturen unter zehn Grad Celsius. Astronomen haben da ganz andere Maßstäbe: Die Kaltfront, die sie unter anderem mit dem Chandra-Röntgenteleskop der NASA im Perseus-Galaxienhaufen verfolgen, hat eine Temperatur von 30 Millionen Grad. Kalt ist dieses relativ dichte Gasband nur im Vergleich zu dem weniger dichten, aber dafür 80 Millionen Grad heißen interstellaren Gas, das es durchquert – und das schon länger, als es das Sonnensystem gibt, nämlich seit über fünf Milliarden Jahren.

Galaxienhaufen wie der im Sternbild Perseus gehören zu den massivsten Objekten im Universum. Sie bestehen aus hunderten bis tausenden Galaxien, die die Gravitation zusammenhält, und enthalten oft riesige Reservoirs überhitzten Gases, das im Röntgenbereich hell leuchtet. Die Kaltfront im Perseushaufen ist eine Besonderheit; seit sie sich vor langer Zeit gebildet hat, scheint sie erstaunlich stabil zu sein, statt sich allmählich aufzulösen.

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