Was ist der romantischste Ort im Universum?

Da ich gestern für meine romantische Raum-Recherche gelobt wurde (Titan! Fliegen! Ringe!), lege ich heute noch einen drauf.

Was ist wohl das romantischste, das man im Universum erleben kann? Sonnenuntergänge! Wie wäre es mit einem Planeten, auf dem der Sonnenuntergang _für immer_ andauert?

Das gibt es, und zwar auf Planeten mit gebundener Rotation. Die wenden ihrem Stern stets dieselbe Seite zu – wie der Mond der Erde. Das hat natürlich ein paar Nachteile: Die eine Seite wird verdammt heiß, die andere eisig kalt. Aber es gibt eine Übergangszone, wo die Temperaturen angenehm sein könnten – und zwar genau dort, wo die Sonne kurz über dem Horizont steht.

Gebunden rotierende Planeten sind recht häufig. Für den romantischsten Ort wollen wir das deshalb kombinieren mit einem Doppelstern. Grundsätzlich könnte ein Planet auch um das Schwerezentrum eines engen Doppelsterns gebunden rotieren. Was brächte uns das? Einen ewigen doppelten Sonnenuntergang, also doppelt ewige Romantik. Kleiner Nachteil: Wir kennen derzeit keinen Exoplaneten, auf den das zutrifft. Das liegt daran, dass es in einem Doppelsternsystem weitaus länger dauert, bis sich das nötige Gleichgewicht einstellt. Also viele Milliarden Jahre. Wir brauchen demnach ein _altes_ System mit Planeten.

Bild oben: Der Doppelstern Kepler-16 hat einen Planeten, es gibt also mind. zwei Sonnenuntergänge pro Tag. Ob er jedoch gebunden rotiert, wissen wir noch nicht. Künstlerische Darstellung von L. Calçada / ESO.

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BrandonQMorris
  • BrandonQMorris
  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.