Was ist nukleare Pasta?
Wenn du dich in einen Neutronenstern vorwagst, wirst du dort auf einen Zustand der Materie stoßen, der so fremdartig ist, dass Physiker ihn am liebsten mit Begriffen aus der italienischen Küche beschreiben. Willkommen im Reich der Nuklearen Pasta. Etwa einen Kilometer unter der Kruste herrscht ein verzweifelter Kampf zwischen zwei Kräften: der elektrischen Abstoßung der Protonen und der starken Kernkraft, die alles zusammenhalten will. Da die Protonen keinen Platz mehr haben, fangen sie an, sich in bizarren Strukturen anzuordnen, um Energie zu sparen.
• Gnocchi-Phase: Zuerst bilden die Protonen und Neutronen kleine, eiförmige Klumpen (nicht mehr kugelrund wie im Normalzustand).
• Spaghetti-Phase: Wenn der Druck steigt, werden diese Kugeln zu langen, dünnen Fäden gepresst.
• Lasagne-Phase: Noch tiefer im Stern verschmelzen die Spaghetti-Fäden zu flachen, ausgedehnten Blättern.
• Anti-Spaghetti-Phase: Wir finden nur noch stabförmige Hohlräume in einer dichten Nukleonenmasse vor.
• Antipasti: Schließlich kehrt sich das Bild um, und es bilden sich kugelförmige Löcher aus Vakuum inmitten einer dichten Kernsuppe, vergleichbar mit Schweizer Käse.
Diese Pasta-Strukturen sind mehr als bissfest – wahrscheinlich handelt es sich um das härteste Material im gesamten Universum.
Bild: in dem Neutronenstern, auf den der Pfeil zeigt, könnte es nukleare Pasta geben (Hubble / NASA / ESA)