Was wäre der beste Ort im Sonnensystem, an dem die Menschheit bei einer Katastrophe überleben könnte?

Würde aus irgendeinem Grund (Schwarzes Loch verschlingt sie o.ä.) die Erde als Wohnort ausfallen, wäre vermutlich der Saturnmond Titan die beste Alternative. Er hat ein paar überraschende Vorteile etwa gegenüber dem Mars.

Auf Titan herrscht nämlich ein atmosphärischer Druck, der etwa 1,5-mal so hoch ist wie auf der Erde. Du bräuchtest keinen Druckanzug und würdest trotzdem nicht platzen oder anschwellen. Was du allerdings brauchst, ist eine extrem gute Isolierung gegen die Kälte von −179 °C und eine Sauerstoffmaske, also eine Art beheizten Tauchanzug.

Die dichte Luft und die niedrige Anziehungskraft (ein Siebtel der Erdschwerkraft) führen dazu, dass du mit künstlichen Flügeln an die Arme wie ein Vogel durch den Himmel gleiten könntest.

Das Wetter ist allerdings bescheiden. Die dichten Wolken hüllen den Mond in ein ewiges, oranges Dämmerlicht. Immer wieder regnet es, aber kein Wasser, sondern flüssiges Methan und Ethan, wobei die Tropfen wie in Zeitlupe fallen. Du könntest wie zu Hause an den Ufern von riesigen Flüssen und Seen spazieren gehen. Die allerdings bestehen nicht aus Wasser, sondern aus flüssigem Erdgas. Zum Glück gibt es keinen Sauerstoff, also kannst du es nicht aus Versehen anzünden … Luft zum Atmen müsste man aus dem reichlich vorhandenen Wassereis gewinnen.

Gut, es gibt auch ein paar Nachteile, etwa die lange Reise dorthin. Aber wenn das Wetter doch mal aufklart, gibt es einen tollen Blick auf Saturn und seine Ringe, das sollte für die Kälte entschädigen.

Bild: so hat der ESA-Lander Huygens die Oberfläche von Titan gesehen (Bild: ESA/NASA)

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BrandonQMorris
  • BrandonQMorris
  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.