Wie gebären Sterne ihre Planeten?

Wie hat es wohl ausgesehen, als unsere Erde und ihre Nachbarn vor Milliarden von Jahren aus einer protoplanetaren Wolke geboren wurden?
Astronomen der Europäischen Südsternwarte (ESO) ist es gelungen, diesen faszinierenden Prozess fast in Echtzeit einzufangen. Rund um den Stern WISPIT 2 im Sternbild Adler spielt sich derzeit nämlich ein kosmisches Drama ab. In einer gewaltigen Scheibe aus Gas und Staub wachsen zwei neue Welten heran.
Die beiden neugeborenen Planeten, WISPIT 2b und WISPIT 2c, sind wahre Schwergewichte. Der äußere Planet, WISPIT 2b, hat etwa die fünffache Masse des Jupiter. Er kreist in etwa 60 Astronomischen Einheiten (Abstand Erde-Sonne) Distanz um seinen Stern. Sein innerer, nur 15 AE entfernter Bruder WISPIT 2c ist sogar noch schwerer und bringt das Doppelte seines Geschwisters auf die Waage.
Einen Planeten direkt abzubilden, ist normalerweise so schwierig, wie die Flamme eines Streichholzes neben einem gleißenden Flutlicht aus mehreren Kilometern Entfernung zu erkennen. Für dieses Kunststück nutzten die Wissenschaftler das Very Large Telescope (VLT) der ESO in der chilenischen Atacama-Wüste.
Mit seinem SPHERE-Instrument blendeten sie das grelle Licht des Zentralsterns künstlich aus, was die schwachen Leuchtsignale der Planeten und der Staubscheibe überhaupt erst sichtbar werden ließ. So konnten sie schließlich zweifelsfrei bestätigen, dass es sich bei den Lichtpunkten um junge Planeten handelt, die Lücken in die Staubscheibe pflügen.
Bilder: ESO/C. Lawlor, R. F. van Capelleveen et al.

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BrandonQMorris
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  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.