Wie gefährlich ist es, durch den Asteroidengürtel zu fliegen?
In der Science-Fiction ist der Asteroidengürtel des Sonnensystems zwischen Mars und Jupiter oft ein dichtes Trümmerfeld, das dem Piloten eines Raumschiffs waghalsige Manöver abverlangt, um dem sicheren Tod zu entgehen.
Tatsächlich gehört dieser Bereich jedoch zu den leersten Orten. Ein Pilot, der es nicht zwischen zwei Asteroiden hindurch schafft, würde auch nicht zwischen Erde und Mond hindurchdüsen können. Der mittlere Abstand zwischen zwei Asteroiden liegt nämlich fast bei der dreifachen Distanz, bei um die eine Million Kilometer. Wer mitten im Asteroidengürtel auf einem dieser Brocken wohnt, kann mit bloßem Auge wahrscheinlich keinen einzigen anderen Asteroiden sehen. Die Chance, auf dem Weg zu Jupiter zufällig einen zu rammen, liegt bei nahezu Null. Deshalb haben auch Raumsonden wie Voyager oder New Horizons den Gürtel ohne jede Kurskorrektur durchquert.
Die Gesamtmasse des Gürtels liegt bei etwa einem Zwanzigstel der Masse unseres Mondes. Damit ist schon klar, dass es sich nicht um Reste eines ehemaligen, zerstörten Planeten handeln kann. Zudem steckt die Hälfte der Gesamtmasse in Ceres, Vesta, Pallas und Hygiea. Dass sich dort nie ein Planet bilden konnte, liegt an Jupiter, dessen Schwerkraft den Bereich dominiert.
Bild: Die Verteilung von Asteroiden im Sonnensystem. Achtung: nicht maßstäblich! Solche Grafiken sind – falsch verstanden – die Quelle des o.g. Mythos über den Gürtel. Das Bild müsste tatsächlich etwa 1,8 mal 1,8 Kilometer groß sein, um die Verteilung maßstäblich zu zeigen, falls Ceres nur einen Pixel groß ist. Du müsstet erstmal zwanzig Minuten laufen, um das ganze Bild zu erfassen 😉 Wenn _jeder_ Asteroid mindestens einen Pixel groß sein soll, müsste das Bild sogar 1,7 Millionen Kilometer groß sein.
