Wie landet ein Raumschiff auf einem Asteroiden?
Ganz sachte!
Das Landen auf einem Asteroiden gleicht weniger dem Aufsetzen auf einem Planeten als vielmehr dem vorsichtigen Andocken an eine im tiefen Ozean des Alls schwebende Felswand. Das liegt an der extrem unterschiedlichen Masse. Während du bei der Landung auf dem Planeten alles tun musst, um nicht beim Aufprall zerquetscht zu werden, besteht die größte Herausforderung bei einem Asteroiden darin, nicht gleich wieder abzuprallen.
Statt von einer klassischen Landung sprechen Ingenieure daher meist von einem »Rendezvous«, bei dem sich das Schiff über Wochen langsam an die Flugbahn und die Eigenrotation des Objekts anpasst, um schließlich einen behutsamen Kontakt herzustellen.
Um diese Annäherung zu meistern, sind nicht nur die niedrige Schwerkraft, sondern auch die unregelmäßige Form und die Beschaffenheit der Oberfläche zu berücksichtigen. Asteroiden sind Staub-Eis-Klumpen, zumindest oberflächlich. Die je nach Standort variierende Anziehungskraft macht stabile Umlaufbahnen in geringer Höhe extrem schwierig. Das Raumschiff muss seine Position also ständig korrigieren.
Sobald der physische Kontakt hergestellt ist, beginnt der Kampf gegen das Wegschweben, weshalb viele Sonden Verankerungssysteme verwenden. Im lockeren Oberflächenmaterial, dem Regolith, kommen Harpunen oder Eisschrauben zum Einsatz, um das Schiff am Boden festzuzurren. Manche Missionen, wie die japanische Hayabusa 2, setzen von vornherein nur auf eine kurze Berührung. Im Moment des Kontakts wird ein Projektil abgefeuert, das Probematerial aufwirbelt, während die Sonde sofort wieder aufsteigt. Künftige Konzepte könnten Mikrospikes oder adhäsive Materialien verwenden, die sich wie Klettverschlüsse an den bröckeligen Untergrund krallen.
Bild: Der Lander Philae hat 2014 auf dem Kometen 67P (Foto) aufgesetzt – mit Hilfe von zwei Harpunen und Eisschrauben (Bild: ESA)