Wieso sind die intergalaktischen Voids so leer?

Voids sind als kosmische Leerräume per Definition leer. Wären sie es nicht, wären es keine Voids. Aber wenn man sich ihre kosmische Verteilung ansieht, stellt man fest, dass sich an ihren Rändern, in den Filamenten, jede Menge Galaxien befinden. Wieso streunen die nicht einfach im benachbarten Void herum? Dort wäre doch so viel mehr Platz?
Die Ursache dafür ist die Gravitation. Voids sind leer. Masse ist die Quelle von Gravitation, sie krümmt die Raumzeit so, dass anderen Massen hineinfallen. In den Voids gibt es aber so gut wie keine Masse, also ist die Raumzeit ungewöhnlich gerade. In den Filamenten am Rand hingegen steckt jede Menge Masse. Man kann sich diese Bereiche deshalb wie tiefe Gräben vorstellen, die die Leere umgeben. Was einmal darin schwimmt, kommt nicht mehr heraus. Es wird von den anderen Galaxien angezogen, sodass es keine Chance hat, sich im Void zu verstecken.
Ein zusätzlicher Effekt kommt von der Dunklen Energie, die das Universum auseinander treibt. Anderswo kämpft sie mit der gegensätzlichen Wirkung jeglicher Materie. Voids aber enthalten kaum Materie, also dominiert hier die Dunkle Energie. Sie bläst die Voids immer weiter auf, sodass in ferner Zukunft das Universum fast nur noch aus Leerräumen bestehen wird.

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BrandonQMorris
  • BrandonQMorris
  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.