2020
Juli
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Wo zwei Giganten sich umkreisen

Eta Carinae, etwa 7500 Lichtjahre von der Erde entfernt, bietet alles, was ein Astronom sich wünschen kann. Zunächst einmal wäre da der Nebel, der Eta Carinae umgibt. Der so genannte Homunkulusnebel wächst ständig. Er hat die Gestalt zweier entgegengesetzter Kegel, deren Spitzen in Eta Carinae ihren Ursprung haben, und misst von Ende zu Ende etwas mehr als 0,5 Lichtjahre. Aus der Ausbreitungsgeschwindigkeit von bis zu 700 km/s lässt sich die Existenz des Nebels auf einen Ausbruch in den 1840er-Jahren zurückführen.

Zweitens handelt es sich nicht einfach nur um einen Stern, sondern um ein Doppelsystem aus zwei Blauen Riesen. Der Primärstern hat die hundertfache Masse der Sonne und ist damit einer der schwersten Sterne der Milchstraße. Aber auch der Sekundärstern ist noch 30 mal so schwer wie unser Heimatstern.

Beide Sterne umkreisen sich zudem in ausgesprochener Nähe, und zwar alle 5,5 Jahre einmal. Manchmal kommen sie sich so nahe wie Sonne und Mars, dann rücken sie so weit auseinander wie Sonne und Uranus. Im kosmischen Maßstab ist das aber immer noch ein Katzensprung, und so bleibt es nicht aus, dass sie sich gegenseitig große Teile ihrer Masse in Form von dichten, überschallschnellen Sternwinde aus geladenen Teilchen zuschleudern. Der Primärstern verliert dabei in nur rund 5000 Jahren soviel Masse, wie unsere Sonne insgesamt besitzt. Der Sekundärstern treibt einen schnellen Sternenwind mit etwa elf Millionen Kilometern pro Stunde (entspricht immerhin einem Prozent der Lichtgeschwindigkeit) an.

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Ende