2019
Dezember
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Eis und heiß: Eisriese kreist um Weißen Zwerg

In ein paar Milliarden Jahren, wenn die Sonne ihren Brennstoff-Vorrat aufgebraucht hat, wird sie sich erst in einen Roten Riesen verwandeln und dann zum Weißen Zwerg schrumpfen. Die Planeten unseres Systems überleben diese Zeit wahrscheinlich (wenn sie nicht davongeschleudert werden). Das wissen die Astronomen – theoretisch. Aber bisher hatte man noch keinen Weißen Zwerg gefunden, in dessen Orbit ein Planet kreist.

Deshalb freuen sich die Forscher nun umso mehr, dass ihnen WDJ0914+1914 vor die Linse gekommen ist, der sich etwa 1500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Krebs befindet. „Es war eine dieser zufälligen Entdeckungen“, sagt der Forscher Boris Gänsicke von der University of Warwick in Großbritannien. Die Forschungsgruppe, die er leitet, hatte etwa 7000 Weiße Zwerge inspiziert. Bei WDJ0914+1914 stieß sie auf Merkwürdigkeiten. Durch die Analyse der geringen Schwankungen des Sternlichts fanden die Forscher Spuren chemischer Elemente in Mengen, die man noch nie zuvor bei einem Weißen Zwerg beobachtet hatte. „Wir wussten, dass in diesem System etwas Außergewöhnliches vor sich gehen musste, und spekulierten, dass es sich um eine Art planetarischen Überrest handeln könnte.“

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Wenn ein Schwarzes Loch einfach zu groß ist

Schwarze Löcher zeichnen sich dadurch aus, dass sie schwer zu sehen sind. Die Astronomen, die danach suchen, haben manchmal Glück, allerdings auf Kosten eines Sterns: Wenn ein hungriges Schwarze Loch einem orbitierenden Stern Material entreißt und dieses schluckt, gibt die entstehende Akkretionsscheibe Strahlung ab, die sich messen lässt. Fast alle bekannten Schwarzen Löcher wurden bisher auf diese Weise entdeckt.

Aber es erscheint logisch, dass das nicht alles sein kann. Schwarze Löcher entstehen, wenn schwere Sterne sterben. Und viele dieser Riesensterne sterben allein, ohne Begleiter, dem an dem das übrig bleibende Schwarze Loch knabbern könnte. Die bekannten Schwarzen Löcher stellen also vermutlich nur eine – womöglich nicht in allen Aspekten realistische – Auswahl dar.

Chinesischen Astronomen ist es nun gelungen, ein Schwarzes Loch so zu finden, wie man auch Planeten entdeckt: über seinen Einfluss auf die Bewegung eines sichtbaren Sterns. Dabei stießen die Forscher auf eine ungebetene Überraschung, die nicht so recht in die Theorien der Sternentstehung passt.

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Wie sich Exoplaneten in Mehrfach-Systemen entwickeln

In den Roman „Die drei Sonnen“ spielt eine Zivilisation eine wichtige Rolle, die in einem System mit drei Sternen entstanden ist. Das hat für ihren Planeten dramatische Folgen, die ich nicht weiter spoilern will. Ich musste aber daran denken, als ich durch eine Pressemitteilung von einer Forschungsarbeit an der Universität Jena gelesen habe. Der Astrophysiker Dr. Markus Mugrauer hat dort 1300 bekannte Sternsysteme mit Exoplaneten daraufhin untersucht, wie viele Sterne es in ihnen gibt. Dazu hat er aktuellste Daten der ESA-Mission Gaia benutzt.

Eine clevere Herangehensweise, die zudem ein paar interessante Erkenntnisse darüber gebracht, wie sich die Existenz mehrerer Sterne in einem System auf die Entwicklung von Planeten auswirkt. In unserem Sonnensystem etwa hätte die Existenz einer zweiten Sonne zweifellos ziemlich fatale Auswirkungen.

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