2019
Juni
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Very Large Telescope nimmt Alpha-Centauri-System unter die Lupe

Das unserer Sonne am nächsten gelegene Sternsystem (4,37 Lichtjahre entfernt) besteht aus zwei sonnenähnlichen Sternen (Alpha Centauri A und B) und dem Roten Zwerg Proxima Centauri. Dass um Proxima Centauri ein Gesteinsplanet kreist, wissen die Astronomen bereits. Aber wie sieht es bei dem Binär Alpha Centauri aus? Das soll ein neues, von der Initiative „Breakthrough Watch“ und der Europäischen Südsternwarte (ESO) entwickeltes Instrument namens NEAR herausfinden.

NEAR (Near Earths in the AlphaCen Region) ist vor allem ein sogenannter thermischer Infrarot-Koronograf. Das Instrument blockiert den größten Teil des vom Zielstern empfangenen Lichts und ist gleichzeitig dafür optimiert, nicht das von einem eventuellen Planeten reflektierte Sternenlicht zu messen, sondern die von dem Planeten ausgehende thermische Strahlung (Wärme). So kann NEAR auch feststellen, ob an der Oberfläche des Planeten flüssiges Wasser existieren könnte – und der Planet also in der habitablen Zone liegt.

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Mit Blue Origin ins All: Probesitzen in New Shepard

Noch 2019 will das private Raumfahrtunternehmen Blue Origin die ersten Menschen über die Karman-Linie in 100 Kilometern Höhe und damit offiziell ins All bringen. Die von Jeff Bezos (Amazon) gegründete Firma setzt dazu auf „New Shepard“, eine Suborbital-Rakete mit Passagier- und Frachtkapsel, die ferngesteuert startet und auch wieder landet – und wiederverwendbar ist. Wie teuer die Flüge sein werden, ist noch nicht klar, aber Konkurrent Virgin Galactic hat für 250.000 Dollar etwas Vergleichbares (allerdings nicht mit „richtiger“ Rakete und nicht über die Karman-Linie) im Angebot.

Die Kapsel konnte ich im Rahmen der Re:MARS-Konferenz von Amazon in Las Vegas ausprobieren – ohne Start natürlich. Sechs Passagiere finden darin Platz. Jeder Mitreisende hat ein eigenes, großes Fenster (deutlich größer als im Flugzeug). Der Platz ist natürlich etwas begrenzt. Die Liegesitze sind deshalb so konstruiert, dass sie im Knie abknicken. Trotzdem fühlen sie sich sehr bequem an. Was auch nicht ganz unwichtig ist, schließlich muss man darin 4,7 g (fast die fünffache Erdbeschleunigung) ertragen.

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Wie funktioniert ein Radioteleskop? Zu Besuch beim Very Large Array

Jedes – okay, fast jedes – Objekt im All gibt Licht ab. Wenn Astronomen von Licht sprechen, meinen sie aber nicht nur den kleinen Teil des gesamten Spektrums, den der Mensch sehen kann, also den optischen Bereich, sondern einfach alles: Radiowellen, Infrarot, sichtbares Licht, UV-Licht, Röntgen, Gammastrahlung (hier nach fallender Wellenlänge geordnet). Der Physiker würde dazu „elektromagnetische Strahlung“ sagen, aber „Licht“ trifft es prima, denn für den Empfang gelten am Ende immer die gleichen Gesetze. Auflösung, Brennweite usw., egal ob man eine riesige Schüssel oder ein Fernrohr vor sich hat, die Begriffe bedeuten immer das gleiche.

Ein Radioteleskop, das dürfte klar sein, zeichnet also das Radio-„Licht“ kosmischer Objekte auf. Das ist deshalb spannend, weil sich Radiowellen von Staub und anderen Hindernissen kaum beeindrucken lassen, anders etwa als optisches Licht (kommt nicht durch den Staub) oder Infrarot (kommt nicht durch die Erd-Atmosphäre). Am besten ist es aber sowieso, ein unbekanntes Objekt in allen Wellenlängen anzusehen. Das ist tatsächlich auch gerade der große Trend in der Astronomie, der Fachbegriff heißt Multi-Messenger-Astronomie.

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