2017
September
Standard

Über Brandon Q. Morris: Wie ich Hard Science Fiction schreibe

Am liebsten lasse ich meine Bücher für mich sprechen – aber ab und zu werde ich doch gefragt: „Wie machst du das eigentlich, Brandon?“ Deshalb heute ein kleiner Überblick. Ich schicke voraus, dass ich das riesige Glück habe, mit dem Autor-Sein all meine Hobbys zu vereinen. Das führt dazu, dass ich mich tatsächlich auf Montag freue, wenn ich wieder arbeiten darf, weil das Schreiben wirklich Spaß macht. Schon als Kind hatte ich zwei Berufswünsche: Schriftsteller oder Astronaut. Mit Schreiben verdiene ich mein Geld, seit ich das Studium beendet habe. Ob es mal für einen (selbe bezahlten) Flug ins All reicht? Ich hoffe sehr, dass die Kosten dafür bis zu meinem 65. Geburtstag in bezahlbare Bereiche rutschen… Elon Musk, Jeff Bezos, Richard Branson & Co. investieren ja kräftig darin.

Wie entsteht ein Buch von Brandon Q. Morris? Am Anfang steht natürlich immer eine Idee. Es ist noch kein Plot, keine Geschichte, nur eine Idee, etwa: „Sollten wir nicht mal eine menschliche Crew auf Enceladus nach Leben suchen lassen? Wäre das nicht cool? Da würde ich gern mitfliegen.“ Der zweite Schritt besteht dann darin, dass ich mir eine Geschichte dazu ausdenke. Oder genauer: Anfang und Ende. Wie geht es los, und wie endet die Story? Und wer muss unbedingt mit? Parallel suche ich nach einem griffigen Titel. Wenn beides vorhanden ist, folgt ein Schritt, den manche KollegInnen vielleicht seltsam finden: Ich beschäftige mich mit dem Cover. Grafikern die Art von Story zu beschreiben, die ich verfassen will, hilft mir, meine Geschichte besser kennenzulernen.

Dazu muss ich in der Regel auch recherchieren, was die technischen und wissenschaftlichen Voraussetzungen sind, die die Geschichte möglich machen. Wo gibt es heute schon Ansätze? Welche Technologien, die heute vielleicht noch im Labor sind, sehen vielversprechend aus? Die Grundidee für Proxima Rising hat zum Beispiel das StarShot-Programm geliefert. Dazu ist es natürlich hilfreich, sich für Forschung und Technik zu interessieren und viel darüber zu wissen; ich habe etwa mehrere populärwissenschaftliche Bücher über den Kosmos, Quantenphysik oder Relativitätstheorie verfasst. Dieses Wissen hilft dann enorm, das Potenzial von Technologien und Entwicklungen einzuschätzen. Für Enceladus habe ich u.a. mit den „Erfindern“ der dort verwendeten Technologien DFD und Valkyrie gesprochen. Wenn mir ein spannendes Thema begegnet, skizziere ich es gern in einem kleinen Artikel für HardSF.de – Themen von dieser Seite treffen Sie also vielleicht mal in einem Buch wieder.

Read more

Ende