2017
Juli
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Schnellläufer-Sterne: Besucher aus einer anderen Galaxie

Die meisten Sterne in unserer kosmischen Umgebung sind relativ gemütlich unterwegs. Zwar bewegt sich das Sonnensystem mit etwas über 200 Kilometern pro Sekunde um den Kern der Milchstraße, doch darin steckt nur ein relativ geringer radialer Anteil (das ist der Geschwindigkeitsanteil in Richtung Zentrum): Die Sonne und die Sterne in ihrer Umgebung entfernen sich, schätzt man, mit etwa 15 Kilometern pro Sekunde vom galaktischen Zentrum. Es gibt jedoch Sterne, die weitaus schneller unterwegs sind, mit 100 bis 300 km/s. Bei solcher Hektik kann diese sogenannten Schnellläufer (oder hypervelocity stars, HSVs) die Schwerkraft der Milchstraße nicht mehr halten.

Was beschleunigt diese Objekte derart? Dazu hat man bisher zwei Theorien diskutiert. Die einfachste setzt ein Binärsystem voraus, in dem sich zwei Sterne sehr eng umkreisen wie ein Tanzpaar. Wenn nun einer der Partner loslässt (in einer Supernova explodiert), fliegt der andere mit seiner Rotationsgeschwindigkeit davon. Je näher der Stern seinem Partner war, desto schneller hat er rotiert, und desto höher ist nun seine Geschwindigkeit. Dabei gibt es allerdings Grenzen. Ein Stern kann, anders als ein Tanzpartner, einem anderen nicht beliebig nahe kommen, ohne mit ihm zu verschmelzen. Man kann ausrechnen, dass auf diese Weise maximal Geschwindigkeiten von 100 km/s erreichbar sind.

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