2020
Mai
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Was eine seltene Ring-Galaxie über kosmische Geschichte verrät

Ringgalaxien wie die bekannte Wagenrad-Galaxie können aus zwei Gründen entstehen:

  • Erstens – wenn eine Spiralgalaxie in der Nähe ihres Zentrums mit einer anderen Galaxie kollidiert, diese durch sie hindurchstößt und dabei das Zentrum der Spirale mit sich reißt.
  • Zweitens – wenn der Balken einer Balkenspiralgalaxie instabil wird, weil sich seine Rotationsgeshwindigkeit zu sehr erhöht hat.

Solche Vorgänge treten selten auf, deshalb sind auch Ringgalaxien selten.

Umso mehr freuen sich Astronomen nun, dass sie mit R5519 ein weiteres Objekt dieses Typs gefunden haben. R5519 ist 11 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. Wir beobachten die Galaxie mit dem deutlichen, etwa 32.000 Lichtjahre durchmessenden Loch in der Mitte also noch in ihrer Jugend (zum Vergleich: die Milchstraße durchmisst etwa 170.000-200.000 Lichtjahre). Damals hat R5519 neue Sterne 50 mal schneller gebildet als die Milchstraße, obwohl sie etwa so schwer ist wie unsere Galaxis.

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2019 LD2: der widerspenstige Komet

Asteroiden und Kometen gelten gemeinhin als unterschiedliche Kategorien von Himmelsobjekten. Aber ist die strikte Trennung wirklich gerechtfertigt? Der interstellare Besucher ʻOumuamua etwa wurde zunächst für einen Kometen gehalten, schien aber weder Koma noch Schweif zu entwickeln und wurde dann als Asteroid klassifiziert. Inzwischen kennt man seine Flugbahn so genau, dass man einen Masseverlust annehmen muss – also handelt es sich wohl doch um einen Kometen.

Das vom Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) der Universität Hawaii entdeckte Objejt 2019 LD2 scheint auch so ein Zwitter zu sein. Im Juni 2019 entdeckt, hielt man ihn erst für einen Asteroiden, fand dann aber schnell Hinweise auf Kometen-Eigenschaften. Im Juli 2019 entwickelte er denn auch einen kleinen Schweif, der sich bis heute gehalten hat. 2019 LD2 muss also ein aktives Objekt sein – ein Komet.

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Wie häufig ist Leben im Weltall?

Die Frage ist derzeit im Grunde nicht zu beantworten. Die bekannte Drake-Gleichung gaukelt zwar eine gewisse Genauigkeit vor, krankt aber daran, dass man über jeden ihrer sieben Faktoren trefflich streiten kann. Wir haben eben im Moment nur ein Beispiel für intelligentes Leben, und von uns auf das gesamte Universum zu schließen, wäre zwar irgendwie menschlich, ist aber wissenschaftlich problematisch.

Aber es gibt eine Alternative. Wir können fragen, mit welcher Wahrscheinlichkeit auf der Erde Leben entstehen würde, würden wir die Uhr immer wieder zurückdrehen und neu anfangen. Die Bedingungen auf der Erde kennen wir ziemlich gut, und die Astronomen sind sich auch recht sicher, dass irgendwo da draußen Planeten kreisen, die der Erde so stark ähneln, dass für sie ähmliche Wahrscheinlichkeiten gelten.

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Wie ein Planet entsteht

AB Aurigae, 520 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Auriga (Fuhrmann) befindlich, ist bei weitem noch nicht erwachsen: Der Stern ist ein sogenannter Herbig-Ae/Be-Stern, der noch gar nicht angefangen hat, in seinem Zentrum Wasserstoff zu fusionieren. Trotz seines jugendlichen Alters von nur einigen Millionen Jahren scheint er sich aber bereits damit zu befassen, Nachwuchs zu zeugen. Und wie die Menschen nun einmal sind, sehen sie in einem solchen Fall nicht etwa rücksichtsvoll zur Seite, sondern richten auch noch neugierig ihre Fernrohre darauf.

Dabei hat das Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (VLT) deutliche Anzeichen für die Entstehung eines Planetensystems gefunden. In der dichten Scheibe aus Staub und Gas, die AB Aurigae umkreist, haben die Astronomen eine markante Spiralstruktur mit einem Knick entdeckt. Dieser scheint den Ort zu markieren, an dem sich möglicherweise ein Planet bildet. Das beobachtete Merkmal könnte damit der erste direkte Beweis für die Entstehung eines Babyplaneten sein.

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Woraus die Wolkenschichten über dem Hexagon des Saturns bestehen

Der Jupiter hat seinen Großen Roten Fleck – der Saturn dafür sein gewaltiges Hexagon. Am Nordpol des Planeten rotiert seit langer Zeit eine sechseckige Struktur, die 29.000 Kilometer durchmisst. Damit ist das Hexagon deutlich größer als der Jupiter-Fleck mit seinen 16.000 Kilometern und mehr als doppelt so groß wie die ganze Erdkugel. Entdeckt wurde das Hexagon (im Bild unten im Infrarot fotografiert) erstmals 1981 von Voyager 1.

Einen ausführlichen Blick auf die Struktur, die für eine Rotation etwa zehn Stunden und 39 Minuten braucht, erlaubte ab 2006 die Cassini-Sonde von NASA und ESA. Klar scheint zu sein, dass das Hexagon von über 300 km/h schnellen Jetstreams gebildet wird. Wie die ungewöhnliche Form entsteht, ist noch nicht völlig geklärt. Eine Ursache könnte darin liegen, dass die Windgeschwindigkeiten sich je nach Breitengrad stark unterscheiden. Bei Laborsimulationen in einem runden Wassertank entstanden ebenfalls regelmäßige Vielecke, wenn die Flüssigkeit in der Mitte schneller rotierte als am Rand.

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Leben in einer wasserstoffreichen Atmosphäre

Der Exoplanet K2-18b, ca. 124 Lichtjahre von der Erde entfernt, ist eine Art Mini-Neptun, wie Astronomen im vergangenen Jahr herausfanden. Er ist sieben bis zehn Mal so schwer wie die Erde und hat den 2,7-fachen Radius. K2-18b umkreist seinen Zentralstern, einen Roten Zwerg, einmal in 33 Tagen. Damit befindet er sich in der habitablen Zone seines Sterns.

Für die Astronomen weist er aber noch eine andere bemerkenswerte Besonderheit ab: In seiner Atmosphäre konnten Wasserstoff, Helium und Wasserdampf nachgewiesen werden. In den Medien erschien K2-18b deshalb gleich als „Erde 2.0“, was er definitiv nicht ist. Die Forscher, die ihn 2019 untersuchten, nannten ihn deshalb auch gleich „sehr wahrscheinlich lebensfeindlicher“ als die Erde.

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