2019
Oktober
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Wie vor nicht allzu langer Zeit einmal der Kern der Milchstraße explodierte

Sagittarius A*, das gigantische Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße, scheint trotz seiner 4,2 Millionen Sonnenmassen ein ungefährlicher, weil schlafender Riese zu sein. Aber das war nicht immer so. Hätte unser Vorfahr, der Australopithecus, den Himmel über Afrika vor 3,5 Millionen Jahren (also lange nach dem Aussterben der Saurier) genauso intensiv beobachten können wie wir, hätte er etwa 300.000 Jahre lang Zeuge einer gigantischen Explosion im Zentrum der Milchstraße sein können, die einen kegelförmigen Strahlungsausbruch durch beide Pole der Galaxis hindurch bis in den interstellaren Raum zur Folge hatte.

Das beschreibt ein Forscherteam unter Führung von Professor Joss Bland-Hawthorn vom australischen ARC Centre of Excellence for All Sky Astrophysics in 3 Dimensions (ASTRO 3D) im Astrophysical Journal (Link zum Volltext). Das Phänomen, ein sogenannter Seyfert-Flare, hat seine Spuren in Form zweier enormer Ionisierungs-Kegel hinterlassen, die mit geringem Durchmesser beim Schwarzen Loch beginnen und sich quer durch die Galaxis ausweiten.

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Saturn ist der neue Mond-König – und Sie können Namenspate werden!

Dass ein Planet – wie die Erde – nur einen einzigen Begleiter hat, ist in unserem Sonnensystem eher die Ausnahme. Mit 79 Monden hat der Riesenplanet Jupiter bisher die größte Mond-Herde gehabt. Nun wird er von Saturn übertrumpft, der mit einem großen Schritt von 62 auf 82 zulegt. Die neuen Monde um den Ringplaneten wurden mit dem Subaru-Teleskop auf dem Mauna Kea in Hawaii gefunden.

Jeder der Neulinge durchmisst ungefähr fünf Kilometer. Siebzehn der zwanzig orbitieren falsch herum, in einem retrograden Orbit, also entgegengesetzt zur Rotation des Planeten. Die anderen drei absolvieren ihre Saturnrunde richtig herum, prograd. Dass die Monde erst jetzt gefunden wurden, liegt nicht nur an ihrer geringen Größe, sondern auch an den weiten Orbits. Nur zwei der prograden Monde sind noch relativ nah und benötigen etwa zwei Jahre für eine Umkreisung (der Erdmond braucht einen Monat). Die anderen 18 hingegen brauchen sogar mehr als drei Erdjahre dafür.

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Ein Planet, den es nicht geben dürfte

GJ 3512 ist ein Roter Zwerg. Der etwa 31 Lichtjahre von uns entfernte Stern bringt nur 12 Prozent der Sonnenmasse auf die Waage. Aber was die Größe seiner Begleiter angeht, lässt sich GJ 3512 ganz und gar nicht lumpen. Wie ein deutsch-spanisches Forscherteam herausfand, besitzt er einen Riesenplaneten mit fast der halben Masse unseres Jupiters. „Es sollte um solche Sterne eigentlich nur erdgroße Planeten oder höchstens etwas massereichere Super-Erden geben“, sagt Professor Christoph Mordasini vom Physikalischen Insitut der Universität Bern, der mit seinem Team plausible Szenarien zur Bildung des großen Exoplaneten diskutierte. „GJ 3512b ist hingegen ein Riesenplanet mit einer Masse ungefähr halb so groß wie diejenige von Jupiter, und somit mindestens eine Größenordnung massereicher als die Planeten, die von theoretischen Modellen für so kleine Sterne vorausgesagt werden.“

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