Astrophysik

Wo könnte es auf der Venus Leben geben? Astrophysik

Wo könnte es auf der Venus Leben geben?

In den Wolken! Unser Nachbarplanet Venus ist ein Ort der Extreme. An seiner Oberfläche schmilzt Blei und der Druck dort würde einen Besucher zerquetschen. Doch fünfzig Kilometer darüber existiert eine Zone, in der die Bedingungen überraschend verträglich sind. Hier sinken die Temperaturen auf angenehme 20 bis 50 Grad Celsius, und der Luftdruck entspricht fast genau dem an der Erdoberfläche. Diesen schmalen Korridor fassen Astrobiologen als eine Art Habitat ins Auge. Womöglich existieren in den Aerosoltröpfchen schwebende Mikroorganismen. Diese Venus-Bewohner müssten allerdings in einer Umgebung aus konzentrierter Schwefelsäure gedeihen, die für irdisches Leben tödlich wäre. Wissenschaftler diskutieren seit Jahren über…
Wieso ist der Eisriese Neptun immer noch warm? Astrophysik

Wieso ist der Eisriese Neptun immer noch warm?

Neptun ist der äußerste Planet des Sonnensystems. An seiner Oberfläche ist es trotzdem noch etwa 72 Grad warm (allerdings Kelvin, was -201 Grad Celsius entspricht). Der Planet gibt dabei etwa 2,6-mal so viel Energie ab, wie er von der Sonne erhält, und sein Kern ist wahrscheinlich bis zu 7000 Kelvin heiß. Die Hitze hat drei Quellen. Erstens ist immer noch etwas aus der Zeit seiner Geburt übrig. Neptun ist vor 4,5 Milliarden Jahren durch die Kollision und Zusammenballung von Materie entstanden. Dieser Prozess hat damals enorme Hitze erzeugt. Wegen seiner Größe und Zusammensetzung speichert Neptun seine Ur-Wärme effizienter als…
Woher stammen die Magnetfelder, die den leeren Raum zwischen den Galaxien durchziehen? Astrophysik

Woher stammen die Magnetfelder, die den leeren Raum zwischen den Galaxien durchziehen?

Wir wissen es nicht! Die Frage ist eines der offenen Rätsel der modernen Kosmologie. Zwar können wir erklären, wie Magnetfelder in Sternen oder Planeten entstehen. Aber woher die Felder im Nichts zwischen den Galaxien kommen, ist noch unklar. Klar ist: im Vergleich zu alltäglichen Magnetfeldern sind diese Felder sehr, sehr schwach. Während ein Kühlschrankmagnet deine Einkaufsliste festhält, könnte ein intergalaktisches Magnetfeld nicht einmal ein Staubkorn anheben. Ihre typische Größenordnung liegt bei einem Billiardstel der Stärke des Magnetfelds der Erde. Aber sie sind da. Selbst in den tiefsten Voids des Universums scheint ein Feld von mindestens 10^-16 Gauß zu existieren.…
Wieso enthält der interstellare Komet 3I/Atlas so viel mehr Alkohol als Kometen unseres Sonnensystems? Astrophysik

Wieso enthält der interstellare Komet 3I/Atlas so viel mehr Alkohol als Kometen unseres Sonnensystems?

Während unsere heimischen Kometen eher wie eine unschuldige Teestunde wirken, ist 3I/Atlas der Gast, der die Spirituosenabteilung leergekauft hat. In »unseren« Kometen ist Cyanwasserstoff (HCN, auch als Blausäure bekannt) so etwas wie der Standard-Drink. 3I/Atlas enthält zwar ähnliche Mengen an HCN. Der eigentliche Clou – gerade u.a. vom ALMA-Teleskop in den Anden festgestellt – besteht darin, dass 3I/Atlas etwa siebzig bis hundertzwanzig mal mehr Methanol (Methylalkohol) als Cyanwasserstoff an Bord hat. Der Komet ist damit so etwas wie eine fliegende Fusel-Praline. Das Methanol sitzt bei ihm jedoch nicht nur fest im Kern, sondern wird auch aus winzigen Eiskörnern in…
Wieso sind die intergalaktischen Voids so leer? Astrophysik

Wieso sind die intergalaktischen Voids so leer?

Voids sind als kosmische Leerräume per Definition leer. Wären sie es nicht, wären es keine Voids. Aber wenn man sich ihre kosmische Verteilung ansieht, stellt man fest, dass sich an ihren Rändern, in den Filamenten, jede Menge Galaxien befinden. Wieso streunen die nicht einfach im benachbarten Void herum? Dort wäre doch so viel mehr Platz? Die Ursache dafür ist die Gravitation. Voids sind leer. Masse ist die Quelle von Gravitation, sie krümmt die Raumzeit so, dass anderen Massen hineinfallen. In den Voids gibt es aber so gut wie keine Masse, also ist die Raumzeit ungewöhnlich gerade. In den Filamenten…
Was macht unsere Sonne besonders? Astrophysik

Was macht unsere Sonne besonders?

Unsere Sonne ist ein "Gelber Zwerg", und dabei auch ein recht durchschnittlicher Vertreter dieser Klasse. Sieht man aber genau hin, gibt es doch ein paar Besonderheiten, über die wir froh sein sollten. So deuten Studien, die die Sonne mit hunderten ähnlichen Sternen verglichen haben, darauf hin, dass unser Stern ungewöhnlich ruhig ist. Viele andere G-Sterne zeigen deutlich stärkere Schwankungen in ihrer Helligkeit und eine viel höhere magnetische Aktivität. Diese Ruhe über lange Zeiträume hinweg dürfte ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung und Erhaltung des Lebens auf der Erde sein. Zudem ist die Sonne ein Einzelstern, während etwa die Hälfte aller…
Wie groß ist das Risiko, von einem Meteoriten erschlagen zu werden? Astrophysik

Wie groß ist das Risiko, von einem Meteoriten erschlagen zu werden?

Jeden Tag stürzen etwa hundert Tonnen Material aus dem All auf die Erde. Das meiste davon ist allerdings viel zu klein, um irgendwelche Schäden anzurichten. Tatsächlich ist es weitaus wahrscheinlicher, von einem Blitz erschlagen zu werden (1 zu 135.000). Mit 1:1,6 Millionen ist das Risiko eines Meteoritentreffers aber höher als das eines Haiangriffs (1: 8 Millionen). Allerdings kann man Haiangriffe komplett vermeiden, indem man die Ozeane mit Haipopulation meidet. Was Meteoriteneinschläge betrifft, gibt es nur minimale Unterschiede. Die Seite der Erde, die sich in Flugrichtung befindet (die Morgenseite), sammelt statistisch etwas mehr Material ein – so wie die Windschutzscheibe…
Wieso pustet jeder Stern Blasen ins All? Astrophysik

Wieso pustet jeder Stern Blasen ins All?

Jeder Stern, auch unsere Sonne, sendet einen ständigen Strom aus geladenen Teilchen ins All, den sogenannten Sternwind. Wenn dieser »Wind« mit hoher Geschwindigkeit nach außen rast und auf Gas und Staub des interstellaren Raums trifft, entsteht eine Barriere. Hinter ihr formt sich die sogenannte Astrosphäre – eine schützende Blase, die den Stern und seine Planeten wie ein Kokon umgibt. Mit Hilfe des Chandra-Röntgenobservatorium hat die NASA dieses Phänomen jetzt an dem Stern HD 61005 beobachtet. Er trägt den Spitznamen »Motte«, da Infrarotbilder zwei Flügel aus Staub zeigen, die wie die Schwingen eines Nachtfalters aussehen. HD 61005 bietet uns damit…