2020
August
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Milchstraße vs. Andromeda: Die Kollision hat schon begonnen

Dass Milchstraße und Andromeda-Galaxie dereinst kollidieren und verschmelzen werden, ist unvermeidbar, obwohl heute noch 2,5 Millionen Lichtjahre zwischen ihnen liegen. Das Licht, das wir heute von Andromeda sehen, ist also vor 2,5 Millionen Jahren von dort ausgestrahlt worden. Die beiden mit Abstand schwersten Mitglieder der Lokalen Gruppe bewegen sich allerdings mit 120 Kilometern pro Sekunde aufeinander zu. In drei bis vier Milliarden Jahren (also noch zu Lebzeiten unserer Sonne) werden sich ihre bis zu 1,3 Billionen Sterne deshalb treffen. Nach weiteren etwa drei Milliarden Jahren wird sich daraus eine gigantische Elliptische Galaxie entwickelt haben, die „Milkomeda“ heißen könnte.

Doch der Zusammenstoß hat längst begonnen, wie Forscher mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskops herausgefunden haben. In einer im Astrophysical Journal veröffentlichten Studie beschreiben sie, wie sie im Rahmen eines Programms namens AMIGA (Absorption Map of Ionized Gas in Andromeda) den Bereich rund um die eigentliche Galaxie untersuchten, das sogenannte Halo. Dazu betrachteten sie das Licht von 43 Quasaren – den sehr weit entfernten, hellen Kernen aktiver Galaxien, die von Schwarzen Löchern angetrieben werden und sich weit hinter Andromeda befinden. Die Quasare sind hinter dem Halo verstreut, so dass die Wissenschaftler mehrere Regionen untersuchen konnten. Beim Blick durch das Halo auf das Licht der Quasare beobachtete das Team, wie dieses Licht durch das Andromeda-Halo absorbiert wird und wie sich diese Absorption in verschiedenen Regionen verändert. Das immense Andromeda-Halo besteht offenbar aus dünnem, ionisiertem Gas, das keine leicht nachweisbare Strahlung abgibt. Daher ist die Verfolgung der Absorption von Licht, das von einer Hintergrundquelle kommt, ein besserer Weg, um diese Region zu untersuchen.

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