2018
August
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Ganymed erwacht: Rund um den Jupitermond zwitschert und zirpt es

Die Sonne erzeugt im Strahlungsgürtel der Erde Radiowellen niedriger Frequenz. Hört man sie sich im Lautsprecher an (und das taten die Forscher bei ihrer Entdeckung in den 1960er-Jahren), klingen sie wie das Zwitschern und Zirpen eines Vogelschwarms. Diese speziellen Wellen bekamen deshalb den Namen Chorwellen (englisch chorus waves). Später fand man heraus, was die Chorwellen bewirken: Sie eignen sich besonders gut zur Energieübertragung auf die Elektronen des Sonnenwinds. Die geladenen Teilchen, die von ihnen beschleunigt  wurden, können dann beim Eindringen in die Erdatmosphäre besonders gut Polarlichter hervorrufen. Speziell mit dem Phänomen der pulsierenden Polarlichter in Form flackernder, hunderte Kilometer großer Himmelsareale stehen die Chorwellen offenbar in engem Zusammenhang.

Aber es gibt sie nicht nur auf der Erde. Jeder Himmelskörper, der ein eigenes Magnetfeld besitzt, kann auch von Chorwellen umgeben sein. In einer aktuellen Studie in Nature Communications beschreibt ein internationales Forscherteam jetzt außergewöhnliche „chorus waves“ um andere Planeten unseres Sonnensystems. Das Team unter der Leitung von Yuri Shprits vom GFZ und der Universität Potsdam berichtet nach der Auswertung von Daten der Raumsonde Galileo, dass die Intensität der Chorwellen um Jupiter in der Nähe des Mondes Ganymed um den Faktor eine Million intensiver als der dortige Durchschnitt ist und immerhin noch hundertmal intensiver als in der Nähe des Jupitermondes Europa.

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