2020
November
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Überschwemmungen auf dem Mars

Oberflächenwasser oder gar Regenwolken sucht man heute auf dem Mars vergebens. In der Frühzeit des Planeten sah es aber noch anders aus. Vor 4 Milliarden Jahren könnte sich eine Art Sintflut über den Roten Planeten ergossen haben, wie ein gemeinsames Projekt von Wissenschaftlern der Jackson State University, Cornell, dem Jet Propulsion Laboratory und der University of Hawaii zeigt. Es basiert auf Daten, die vom Curiosity Rover der NASA gesammelt wurden, der auf dem Mars u.a. den Gale-Krater untersuchte.

In der in Scientific Reports veröffentlichten Arbeit beschreiben die Forscher, wie eine Megaflut – wahrscheinlich ausgelöst durch die Hitze eines Meteoriteneinschlags, der auf der Marsoberfläche gespeichertes Kohlendioxid-Eis freisetzte – gigantische Wellen verursachte, was den Wissenschaftlern auf der Erde vertraute geologische Strukturen verraten. „Wir identifizierten die Megafluten zum ersten Mal anhand detaillierter sedimentologischer Daten“, sagt Mitautor Alberto G. Fairén, ein Astrobiologe. „Ablagerungen, die von Megafluten hinterlassen werden, waren zuvor noch nicht mit Orbiterdaten identifiziert worden“.

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Woher die Geysire auf Europa kommen könnten

Es gibt mehrere Welten – in der Regel Monde – im Sonnensystem, bei denen sich abzeichnet, dass in den Ozeanen unterhalb ihrer Kruste lebensfreundliche Bedingungen existieren könnten. Ob das wirklich der Fall ist, werden wir erst wissen, wenn wir uns durch das Eis gebohrt und nachgesehen haben (wie es in Enceladus geschieht). Eine neue Arbeit von Forschern der Stanford University, der University of Arizona, der University of Texas und des Jet Propulsion Laboratory der NASA schmälert die Hoffnungen nun etwas. Wie die Forscher darin zeigen, könnten einige Eruptionen nicht aus den Tiefen der Ozeane stammen, sondern aus Wassertaschen, die in der Eisschale Europas eingebettet sind.

Anhand von Bildern, die von der NASA-Raumsonde Galileo gesammelt wurden, entwickelten die Forscher ein Modell, um zu erklären, wie eine Kombination aus Einfrieren und Druckausübung zu einem Kryovulkanausbruch oder einem Wasserausbruch führen könnte. Die Ergebnisse, die am 10. November in Geophysical Research Letters veröffentlicht wurden, haben Auswirkungen auf die Bewohnbarkeit des darunter liegenden Ozeans – und könnten Geysire auf anderen Eiskörpern im Sonnensystem erklären. Wenn die Dampffahnen nämlich aus der eisigen Schale des Mondes stammen, könnten sie weniger lebensfreundlich sein, weil es schwieriger ist, die nötige chemische Energie zu erhalten, die das Leben dort antreiben müsste. In diesem Fall verringern sich auch die Chancen, die Bewohnbarkeit vom Weltraum aus festzustellen.

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