2020
Juni
Standard

Zu schwer für einen Neutronenstern, zu leicht für ein Schwarzes Loch

Manchmal (?) bringen neue Forschungsinstrumente wie die Gravitationswellen-Detektor-Kollaboration Ligo-Virgo nicht nur lang erwartete Antworten auf alte Fragen, sondern schaffen auch ganz neue Fragen. GW190412 heißt das neueste Rätsel, vor dem die Physiker jetzt dank Ligo-Virgo stehen. Es handelt sich um einen Gravitationswellen-Ausbruch, der die Erde am 14. August 2019 erreichte. Aus den gemessenen Daten haben die Forscher ermittelt, dass dabei ein relativ leichtes und ein deutlich schwereres Objekt miteinander zu einem nun 25 Sonnenmassen schweren Schwarzen Loch verschmolzen sein müssen.

Über die Natur des mit 23 Sonnenmassen weitaus schwereren Ausgangsobjekts bestehen keine Zweifel – es handelt sich um ein Schwarzes Loch. Aber das kleinere Objekt ist mit 2,6 Sonnenmassen zu schwer, um ein Neutronenstern zu sein, aber gleichzeitig zu leicht für ein Schwarzes Loch. Das Ende eines Sterns entscheidet sich nämlich nach seiner Ausgangsmasse. Bei seiner Explosion bleibt entweder ein Neutronenstern von maximal 2,5 Sonnenmassen (eher darunter, Tolman-Oppenheimer-Volkoff-Grenze genannt) oder aber ein Schwarzes Loch zurück, das deutlich schwerer ist. Das bisher leichteste bekannte stellare Schwarze Loch wiegt 5 Sonnenmassen. In der doch recht großen Lücke scheint es keine Objekte zu geben.

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