Gasblase jagt um Kern der Milchstraße

Astronomen haben eine heiße Gasblase entdeckt, die im Uhrzeigersinn um das schwarze Loch Sagittarius A* rotiert – den Kern unserer Galaxis also. Gefunden hat man diese Blase allerdings nicht direkt, sondern über eine Begleiterscheinung: von Ausbrüchen (Flares) im Röntgenbereich nämlich, die man immer wieder festgestellt hat, und zwar ausgehend von dem Schwarzen Loch Sgr A*. Da nichts das Schwarze Loch selbst verlassen kann, muss ein Phänomen in unmittelbarer Nähe dafür verantwortlich sein – die Gasblase.

“Wir vermuten, dass wir es mit einer heißen Gasblase zu tun haben, die Sagittarius A* auf einer Bahn umkreist, die ähnlich groß ist wie die des Planeten Merkur, aber in nur etwa 70 Minuten eine volle Umkreisung vollzieht. Dies erfordert eine unglaubliche Geschwindigkeit von etwa 30 Prozent der Lichtgeschwindigkeit”, sagt Maciek Wielgus vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn, der die in Astronomy & Astrophysics veröffentlichte Studie leitete. Wahrscheinlich entstehen die Flares durch magnetische Wechselwirkungen in dem sehr heißen Gas.

Diese Abbildung zeigt ein Standbild des supermassereichen Schwarzen Lochs Sagittarius A*, wie es von der Event Horizon Collaboration (EHT) beobachtet wurde, mit einer künstlerischen Illustration, die anzeigt, wo sich der heiße Fleck nach der Modellierung der ALMA-Daten befinden soll und auf welcher Bahn er um das Schwarze Loch kreist. (Bild: EHT Collaboration, ESO/M. Kornmesser (Acknowledgment: M. Wielgus))

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BrandonQMorris
  • BrandonQMorris
  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.