Material für Zellmembranen auf Saturnmond Titan gefunden

Titan, größter Mond des Ringplaneten Saturn, ist der Erde erstaunlich ähnlich – nur spielt hier Methan die Rolle des Wassers. Es gibt Methaneis, Methanseen, Methanwolken und gasförmiges Methan in der Atmosphäre, und all das befindet sich in ständigem Austausch, in einem Kreislauf, der dem Wasserkreislauf auf der Erde entspricht.

Aber ist der Mond lebensfreundlich? Klar ist, dass dort die unterschiedlichsten organischen Verbindungen vorkommen. Doch eine Zelle benötigt mehrere Komponenten – unter anderem eine dfurchlässige Zellwand, Die darf auf dem Titan wegen der sehr niedrigen Temperaturen nicht wasserbasiert sein wie auf der Erde. Eine Alternative haben Forscher jetzt in mit dem Radioteleskop ALMA aufgenommenen Spektren des Mondes gefunden: Acrylnitril (auch Vinylcyanid genannt) mit der Summenformel C2H3CN. Gemessen hat ALMA es dort bereits 2014  – eine Suche in archivierten Daten hat das Molekül jetzt erst zu Tage gefördert.

Die Forscher sind nicht nur auf Spuren des Stoffes gestoßen, der sich zur Bildung von Zellmembranen eignet. sondern auf größere Mengen. Diese fanden sich zwar in der Stratosphäre, doch ein signifikanter Teil muss auch bis zum Boden gelangt sein, meinen die Wissenschaftler. Dort könnten die Moleküle eine Struktur bilden, die sie „Azotosom“ genannt haben, analog zum Liposom des irdischen Lebens. Auch Messungen des Massenspektrometers an Bord des Cassini-Satelliten hatten vor einiger Zeit schon auf das Vorhandensein von Acrylnitril auf Titan hingewiesen.

Das Molekül Acrylnitril könnte ein Baustein für Leben auf Titan sein (Bild: B. Saxton (NRAO/AUI/NSF); NASA)

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