Leben wir auf der Außenhaut einer Blase in einer Extra-Dimension?

Ein interessantes Modell des Universums haben Forscher der Universiät im schwedischen Uppsala erdacht. In einem Paper beschreiben und begründen sie ihr Konzept, das mit den Mitteln der Stringtheorie arbeitet (nach der alle Materie aus winzigen, vibrierenden Saiten besteht) und gleichzeitig das Phänomen der Dunklen Energie einbezieht (das für die Expansion des Kosmos als ursächlich betrachtet wird).

Demnach wird unser Universum auf der Außenhaut einer Art Blase mitgerissen, die sich in einer zusätzlichen Dimension ausdehnt. Das All und die Blase sind bei weitem nicht identisch, wir sind gewissermaßen nur Passagiere auf der Außenhaut des Ballons. Der Ballon, die Blase, wäre dabei ein fünfdimensionaler Anti-de-Sitter-Raum, also eine Raumzeit mit negativer kosmologischer Konstante. Auf dessen Außenhaut (einer kugelförmigen Bran), zeigen die Forscher, spielt sich das Leben dann scheinbar so ab, wie wir es kennen, in vier Dimensionen und mit der bekannten Gravitation. Scheinbar, weil das nur für uns arme vierdimensionale Beobachter zutrifft, die die masselosen fünfdimensionalen Gravitonen nicht sehen oder messen können, die sich mühelos zwischen den Dimensionen bewegen.

Sämtliche Materie des Kosmos, das ergibt sich aus dem Modell, bestünde dann aus den Enden von Strings, die aus unserem Universum in die zusätzliche Dimension reichen. Wir, also jede Materieform, wären damit wie Puppen, die an den Strings aus dieser zusätzlichen Dimension geführt würden.

Die Forscher zeigen in ihrem Paper auch, dass solche Blasen sich aus einigen Spezialfällen der Stringtheorie ergeben können. Unser Universum müsste auch nicht die einzige derartige Blase sein, zahlreiche weitere könnten in der zusätzlichen Dimension existieren.

Auf Physik-Deutsch hört sich das alles etwas komplizierter an. Der Abstract des Papers lässt sich etwa so übersetzen: „Wir schlagen vor, eine Friedmann-Lemaître-Robertson-Walker-Kosmologie positiver Energie in die Stringtheorie einzubetten. Unser Vorschlag involviert den Einschluss von 4D-Gravitation auf einer Bran, die den Zerfall von einem nichtsupersymmetrischen fünfdimensionalen Anti-de-Sitter-Vakuum zu einem echten Vakuum herbeiführt. So stellt sich für einen vierdimensionalen Beobachter auf natürliche Weise eine effektive, posiitive kosmologische Konstante dar, die an Materie und Strahlung gekoppelt ist.“

Klebt unser Universum auf einer expandierenden Blase? (Bild: Suvendu Giri)

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