Richtig bauen auf dem Mars

Wenn der Mars in zehn oder zwanzig Jahren seine ersten Siedler empfängt, wie es u.a. die NASA und SpaceX planen, dann brauchen die neuen Bewohner Unterkünfte. Wer will schon sein ganzes Leben in aufblasbaren Zelten verbringen?

Bisher war man davon ausgegangen, dass der Mars-Boden nicht die optimale Zusammensetzung hat, um daraus haltbare Ziegel herzustellen. Als Material, das den Sand zusammenhält, sollte Plastik dienen, das die Expedition mitbringen oder irgendwie unter Mars-Bedingungen herstellen sollte. Brian Chow und Yu Qiao von der University of California dachten das auch. Sie versuchten jedoch, Wege zu finden, die Menge der nötigen Plastik-Zugabe zu verringern.

Dabei waren sie offenbar sehr erfolgreich, wie nun ihr Paper in Scientific Reports zeigt. Mit ihrem speziellen Hochdruck-Herstellungsverfahren wird überhaupt kein Plastik mehr gebraucht, die Ziegel halten auch so. Die Forscher stecken dazu Mars-Sand in einen Gummi-Schlauch und setzen diesen hohem Druck aus. Das Ergebnis ist ein fester Zylinder, der in Scheiben geschnitten plätzchenfömige Roh-Bausteine produziert (siehe Bild). Daraus lassen sich dann auch quaderförmige Ziegel schneiden, mit denen man herkömmlich bauen kann.

Im Mikroskop sahen die Forscher, dass es anscheinend die für die rote Färbung des Mars-Sandes verantwortlichen Eisen-Partikel sind, die den Bauklötzen ihre Festigkeit verleihen.

So sehen die Mars-Bauplätzchen aus, bevor man aus ihnen Ziegel schneidet (Bild: Brian J. Chow und Yu Qiao)
Ein Mars-Baustein nach dem Rezept der Forscher… (Bild: Brian J. Chow und Yu Qiao)
… und das Innere des Steins unter dem Mikroskop (Bild: Brian J. Chow und Yu Qiao)

2 Comments

  • Und mit welchem Material werden die Steine vermauert?
    Wäre die Mauer dann druckdicht?

    • Im Paper ist zu lesen: “The nitrogen permeability of compacted Mars-1a is on the order of ~10−16 m2 … . It suggests that the compacted material is somewhat similar to dense rocks and can be adapted to an atmospheric habitat.” Es ist also druckdicht wie Gestein. Als “Mörtel” bräuchte man wohl einen Spezialkleber.

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BrandonQMorris
  • BrandonQMorris
  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.

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