Schwarze Löcher wiegen leicht gemacht

Wie stellt man ein Schwarzes Loch auf die Waage? Ganz einfach: man sieht betrachtet die Galaxie, in deren Zentrum sich das Schwarze Loch befindet. Ein Forscherteam der Swinburne University of Technology, Australien, und der University of Minnesota Duluth, USA, hat durch den Vergleich zahlreicher Spiralgalaxien eine simple Beziehung zwischen der Masse des Schwarzen Lochs in ihrem Zentrum und der Art und Weise gefunden (und in einem Paper veröffentlicht), wie die Galaxie ihre Arme an sich presst.

Je lockerer sie die Arme hält, desto leichter ist das Schwarze Loch demnach (siehe Grafik unten). Diese Beziehung gilt allerdings nur für Spiralgalaxien. Wenn Sie selbst nachrechnen wollen – die Formel lautet: log (MBH/M) = (7.01 ± 0.07) − (0.171 ± 0.017)[|ϕ| − 15°], wobei ϕ der Winkel ist, in dem der Arm ins All ragt, und MBH/M die Masse des Schwarzen Lochs in Sonnenmassen bezeichnet.

Je enger eine Galaxie ihre Arme an sich presst, desto schwerer ist das Schwarze Loch in ihrem Zentrum (in Sonnenmassen, Grafik: Benjamin Davis)
Die Galaxie M81 (Typ Sab) im Sternbild des Großen Bären beherbergt ein Schwarzes Loch von 68 Millionen Sonnenmassen (Bild: Spitzer Space Telescope / Benjamin Davis)

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

BrandonQMorris
  • BrandonQMorris
  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.