Superschwere Schwarze Löcher auf Wanderschaft

Dass sich im Zentrum der Milchstraße mit Sagittarius A* ein supermassives Schwarzes Loch befindet, ist seit den 1970er-Jahren bekannt. Die Röntgenquelle hat etwa vier Millionen Sonnenmassen. Die Milchstraße ist damit nicht die Ausnahme, sondern die Regel: Im Herzen jeder normalen Galaxie schlägt ein dunkles Herz. Aber was passiert, wenn sich zwei Galaxien begegnen, wie es in der Geschichte des Universums schon oft passiert ist?

Dann geht oft eines der Schwarzen Löcher verloren, oder genauer gesagt: Es geht auf Wanderschaft. Forscher u.a. der Yale University haben anhand einer Simulation jetzt untersucht, wie viele ultraschwere Schwarze Löcher es in einer normal großen Galaxie wie der Milchstraße im Mittel geben müsste. Das Ergebnis ist deutlich größer als eins, nämlich 5.1 ± 3.3 in einem Umkreis von 32.000 Lichtjahren um das Zentrum beziehungsweise sogar 12.2 ± 8.4 in dem Umkreis, den die Gravitation der Galaxie beherrscht.

Die wandernden superschweren Gesellen treiben sich demnach überdurchschnittlich häufig außerhalb der galaktischen Scheibe herum. Dort befindet sich wenig interstellares Material, sodass man diese Riesen-Löcher kaum beobachten kann. Denn Schwarze Löcher verraten sich ja nur, wenn man sie beim Fressen erwischt, also beim Akkretieren von Materie. Wie hoch ist nun das Risiko, dass einer dieser Herumtreiber das Sonnensystem beeinflusst? Das dürfte etwa einmal alle 100 Milliarden Jahre passieren, was das siebenfache Alter des Universums ist. Also keine Sorge!

Röntgenbild von Sagittarius A*, aufgenommen vom Chandra-Teleskop

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