Der kalte Fleck – Überbleibsel einer Kollision zweier Universen?

Das gesamte Universum wird von einer Hintergrundstrahlung (CMB, Cosmic Microwave Background) beleuchtet, die aus der Frühzeit des Universums stammt. Ihre Struktur hat sich der Materiestruktur des Universums aufgeprägt. Normalerweise lässt sich für lokale Abweichungen ihrer Temperatur immer auch eine Ursache finden.

Beim „Cold Spot“ des CMB ist das schwierig. Statt bei 2,73 Kelvin (oder -270,43 Grad Celsius) liegt die Temperatur der Hintergrundstrahlung hier 0,00015 Grad niedriger. Das ist auf den ersten Blick kein riesiger Unterschied, doch wie man an der Karte sieht, fällt er wegen der sonstigen Homogenität doch auf.

Bisher vermutete man, dass ein Supervoid, ein riesiges, „leeres“ Gebiet im All, die Ursache für den Cold Spot sei. Sie verursachen eine Rotverschiebung der Strahlung, die dann scheinbar kälter wird. Nun sind Voids und Supervoids nicht absolut, sondern nur relativ leer. Doch trotzdem konnten die Astronomen, wie sie jetzt in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society berichten, keine Anzeichen für ein solches Supervoid identifizieren.

Das heißt jedoch, dass es andere Erklärungen dafür geben muss. Simulationen zeigen, dass ein Cold Spot mit einer Chance von 1:50 auch zufällig entstanden sein könnte. Wenn diese Chance zu gering erscheint, bleiben nur noch exotischere Erklärungen. Die spannendste davon wäre, so die Forscher, eine Kollision unseres Universums mit der Blase eines anderen Universums. Weitere, genauere Analysen des Cold Spots könnten dieser Idee stärkere Glaubwürdigkeit verleihen – immerhin wäre dies dann der erste gemessene Hinweis, dass wir tatsächlich in einem Multiversum leben.

Die kosmische Hintergrundstrahlung mit ihrer kalten Stelle (Bild: ESA und Durham University)

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