42 der größten Asteroiden: von der Kugel bis zum Hundeknochen

Im Asteroidengürtel des Sonnensystems zwischen Mars und Jupiter kreisen über 650.000 Objekte. 42 der größten haben Astronomen der Europäischen Südsternwarte ESO von 2017 bis 2019 in einer groß angelegten Aktion abgebildet; die Ergebnisse sind jetzt erschienen. Was ist ihnen dabei aufgefallen?

Unterschiedliche Formen: Durch die Rekonstruktion der Formen der Objekte stellte das Team fest, dass die beobachteten Asteroiden in zwei Familien unterteilt sind. Einige sind nahezu perfekt kugelförmig, wie z. B. Hygiea und Ceres, während andere eine längliche Form haben. Am ungewöhnlichsten ist der „Hundeknochen“-Asteroid Kleopatra geformt.

Verschiedene Dichte: Durch die Kombination der Formen der Asteroiden mit ihren Massen fanden die Forscher heraus, dass sich die Dichten innerhalb der Probe erheblich unterscheiden. Die vier am wenigsten dichten Asteroiden, darunter Lamberta und Sylvia, haben eine Dichte von etwa 1,3 Gramm pro Kubikzentimeter, was in etwa der Dichte von Kohle entspricht oder etwas mehr als der Dichte von Wasser. Diese Asteroiden dürften vor allem aus Eis und Staubklumpen bestehen. Die dichtesten Asteroiden, Psyche und Kalliope, weisen Dichten von 3,9 bzw. 4,4 Gramm pro Kubikzentimeter auf, was mehr ist als die Dichte von Diamant. Hier ist eine Zusammensetzung aus Gestein anzunehmen.

Variable Herkunft: Die großen Dichte-Differenzen zeigen, dass auch die Zusammensetzung der Asteroiden stark variiert. Das erlaubt Rückschlüsse auf die Herkunft der Asteroiden. »Unsere Beobachtungen deuten darauf hin, dass diese Körper seit ihrer Entstehung beträchtlich gewandert sind. Kurz gesagt, diese enorme Vielfalt in ihrer Zusammensetzung können wir nur verstehen, wenn die Körper in verschiedenen Regionen des Sonnensystems entstanden sind«, erklärt Josef Hanuš von der Karlsuniversität in Prag, Tschechische Republik, einer der Autoren der Studie. Die Ergebnisse stützen insbesondere die Theorie, dass sich die Asteroiden mit der geringsten Dichte in den abgelegenen Regionen jenseits der Neptunbahn gebildet haben müssen und danach zu ihrem heutigen Standort migrierten.

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BrandonQMorris
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  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.