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Aus diesem Sonnensystem wird wohl nie das Sonnensystem

TYC 8998-760-1 könnte einmal so etwas wie unsere Sonne werden. Im Moment ist der junge Stern davon aber noch ein paar Milliarden Jahre davon entfernt. Er hat gerade einmal 17 Millionen Jahre auf den Buckel. Die Dinosaurier hätten ihn also noch nicht beobachten können, selbst wenn sie dazu in der Lage gewesen wären. Etwas Besonderes ist der Jungspund trotzdem, denn den Astronomen ist es mit dem Very Large Telescope der ESO gelungen, zwei Planeten zu fotografieren, die sich in seinem Orbit befinden.

„Obwohl Astronomen indirekt Tausende von Planeten in unserer Galaxie entdeckt haben, wurde nur ein winziger Bruchteil dieser Exoplaneten direkt abgebildet“, sagt Co-Autor Matthew Kenworthy, außerordentlicher Professor an der Universität Leiden, und fügt hinzu, dass „direkte Beobachtungen wichtig sind bei der Suche nach Umgebungen, die Leben begünstigen können“. Die direkte Abbildung von zwei oder mehr Exoplaneten um denselben Stern ist noch seltener; nur zwei solcher Systeme wurden bisher direkt beobachtet, beide um Sterne, die sich deutlich von unserer Sonne unterscheiden.

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Zentauren: Sie sind seit langem unter uns

Die ganze Zeit warten wir auf außerirdische Besucher – doch in Wirklichkeit sind sie längst unter uns. Nein, das wird keine Episode von „Men in Black“. Es ist auch keine Science Fiction, sondern Wirklichkeit. Als die Astronomen 2017 1I/ʻOumuamua entdeckten, war die Überraschung groß: ein interstellares Objekt, das nicht in unserem Sonnensystem geboren wurde, das hatten wir noch nicht gesehen. Oder doch?

Doch. Schon seit einiger Zeit kennen die Astronomen Asteroiden, die die Sonne nicht in der Ebene der Planeten umkreisen (der Ekliptik), sondern auf Bahnen, die mehr oder weniger schräg dazu stehen. Nun ist das komplette Sonnensystem aus einer flachen Staub- und Gasscheibe entstanden. Also müssten sich alle zu ihm gehörenden Objekte auch innerhalb dieser Scheibe bewegen. Es sei denn, irgendein Zusammenstoß oder eine gravitationelle Interaktion hat ihre Bahnen irgendwann in der Geschichte des Sonnensystems verändert.

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Eisblöcke verschieben auf Triton – die Wahrheit

24. Mai 2082, Neptun-Mond Triton: Romanheld Nick versucht, einen 80 Kilogramm schweren Eisblock zu verschieben. Das ist trotz der niedrigen Schwerkraft verdammt schwer. „Auf der Erde würde das Eis rutschen, weil es durch den Druck wie unter einem Schlittschuh am Boden schmölze, aber hier ist es zu kalt dafür“, denkt Nick dazu.

Ein Irrtum, wie mir gerade ein schwedischer Leser schrieb. Die Vorstellung, dass Eislaufen funktioniert, weil Eis unter Druck schmilzt und dann eine Gleitschicht bildet, ist alt. Tatsächlich erwärmt sich Eis unter Druck, doch viel zu wenig, um zu schmelzen und die Gleitschicht zu erzeugen. Mein Fehler: ich hatte das irgendwann mal aufgeschnappt und beim Schreiben nicht noch einmal überprüft.

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In den Randbezirken des Sonnensystems

Gonggong, Quaoar, Orcus, Salacia, Gǃkúnǁ’hòmdímà, Leleākūhonua: Die Namen dieser Welten haben Sie vermutlich noch nicht gehört (vielleicht bis auf Quaoar). Und doch handelt es sich um Himmelskörper, die wahrscheinlich oder sicher die Definition eines Zwergplaneten erfüllen und damit bis zur Aberkennung des Planeten-Status für Pluto genau genommen denselben Anspruch auf die Bezeichnung „Planet“ gehabt hätten. Dass man sie nicht in den Karten des Nachthimmels für Hobbyastronomen findet, liegt daran, dass sie die Sonne ganz weit draußen umkreisen, wo es fast ein Wunder ist, dass man die ab etwa 600 Kilometer durchmessenden Objekte überhaupt gefunden hat.

Aber warum kreisen so viele von ihnen auf Orbits, die so exzentrisch sind und schräg zur Ekliptik stehen, sodass man diesen Himmelskörpern schon die Bezeichnung „Detached Objects“ gegeben hat? Damit befasst sich eine Studie der University of Colorado, die im Astrophysical Journal veröffentlicht wurde. Einige Forscher, darunter „Pluto-Killer“ Mike Brown, glauben, dass ein bisher unbekanntes, großes Objekt dafür verantwortlich ist, der „Planet 9“. Seit Jahren wird denn auch danach gesucht, doch bisher ohne Erfolg.

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Wo zwei Giganten sich umkreisen

Eta Carinae, etwa 7500 Lichtjahre von der Erde entfernt, bietet alles, was ein Astronom sich wünschen kann. Zunächst einmal wäre da der Nebel, der Eta Carinae umgibt. Der so genannte Homunkulusnebel wächst ständig. Er hat die Gestalt zweier entgegengesetzter Kegel, deren Spitzen in Eta Carinae ihren Ursprung haben, und misst von Ende zu Ende etwas mehr als 0,5 Lichtjahre. Aus der Ausbreitungsgeschwindigkeit von bis zu 700 km/s lässt sich die Existenz des Nebels auf einen Ausbruch in den 1840er-Jahren zurückführen.

Zweitens handelt es sich nicht einfach nur um einen Stern, sondern um ein Doppelsystem aus zwei Blauen Riesen. Der Primärstern hat die hundertfache Masse der Sonne und ist damit einer der schwersten Sterne der Milchstraße. Aber auch der Sekundärstern ist noch 30 mal so schwer wie unser Heimatstern.

Beide Sterne umkreisen sich zudem in ausgesprochener Nähe, und zwar alle 5,5 Jahre einmal. Manchmal kommen sie sich so nahe wie Sonne und Mars, dann rücken sie so weit auseinander wie Sonne und Uranus. Im kosmischen Maßstab ist das aber immer noch ein Katzensprung, und so bleibt es nicht aus, dass sie sich gegenseitig große Teile ihrer Masse in Form von dichten, überschallschnellen Sternwinde aus geladenen Teilchen zuschleudern. Der Primärstern verliert dabei in nur rund 5000 Jahren soviel Masse, wie unsere Sonne insgesamt besitzt. Der Sekundärstern treibt einen schnellen Sternenwind mit etwa elf Millionen Kilometern pro Stunde (entspricht immerhin einem Prozent der Lichtgeschwindigkeit) an.

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Wie ein Stern einfach verschwand

PHL 293B, auch bekannt als HL 293B, Kinmans Zwerg-Galaxie, A2228-00 oder SDSS J223036.79-000636.9, ist eine nicht besonders helle, kleine Galaxie, die 75 Millionen Lichtjahre von der Sonne entfernt ist. Sie gehört zu den sogenannten „blauen kompakten Zwerggalaxien“. Diese bestehen in der Regel aus mehreren großen, jungen Sternhaufen, die heiße, massereiche Sterne enthalten. Die hellsten davon sind blau – daher die Bezeichnung der Galaxien und ihre Farbe.

Auch bei PHL 293B ist das nicht anders. Die Zwerggalaxie, fanden Astronomen zwischen 2001 und 2011 heraus, beherbergt einen Blauen Riesen, einen „Leuchtkräftigen Blauen Veränderlichen“ (LBV), der etwa 2,5 Millionen Mal heller strahlt als die Sonne. Solche Sterne sind, das sagt schon ihr Name, instabil und dramatische Veränderungen in ihrem Spektrum und ihrer Helligkeit sind die Regel, nicht die Ausnahme. Diese Schwankungen hinterlassen spezifische Spuren, die von den Wissenschaftlern identifiziert werden können.

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