2018
Mai
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Geisterfahrer kommt aus anderem Sonnensystem

Vor über einem Jahr machte unter Astronomen der Asteroid 2015 BZ509 Schlagzeilen, weil er als Geisterfahrer um unsere Sonne kreist – der Bewegungsrichtung aller Planeten und der meisten anderen Objekte entgegen. Dazu hat dieser Asteroid eine besonders clevere Bahn gewählt, eine Trisectrix, die offenbar über lange Zeit stabil ist.

Vor einem Jahr hieß es dann noch: „Woher 2015 BZ509 kommt, weiß man nicht genau. Es könnte sich um einen ehemaligen Kometen handeln, der allerdings nicht aktiv ist.“ Das hat zwei Astronomen nicht genügt. Die Forscher haben die Bewegung des Asteroiden über sehr lange Zeit simuliert, nämlich über die komplette Existenz des Sonnensystems.

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Sternentstehung schon im Baby-Universum nachgewiesen

MACS1149-JD1 ist auf den ersten Blick nur ein kleiner Lichtfleck. Auf den zweiten, das zeigen Analysen des Atacama Large Millimeter/Submillimeter Arrays (ALMA) und des Very Large Telescope (VLT) der ESO, handelt es sich um einen Beweis für eine sehr frühzeitige Sternentstehung im Universum. Das Licht hat von MACS1149-JD1 bis zu uns 13,3 Milliarden Jahre gebraucht. Die Galaxie ist damit gerade einmal 550 Millionen Jahre alt.

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Eis-Geysire auch auf dem Jupitermond Europa

Eine der von der Cassini-Sonde großartig fotografierten und analysierten Besonderheiten des Saturnmondes Enceladus sind seine Geysire: In der Nähe des Südpols dringen große Fontänen aus Eiskristallen aus dem unter der Kruste befindlichen Ozean bis ins All. Vom Jupitermond Europa weiß man, dass es sich wie bei Enceladus um einen Eismond handelt. Ob es auch hier Geysire gibt, ist jedoch alles andere als klar. Ein Vorteil wäre es jedenfalls, denn so könnte man recht einfach herausfinden, was sich in dem unter der Kruste von Europa vermuteten Ozean befindet. Da Europa in den 2020er-Jahren doppelten Besuch erhält (die ESA-Sonde JUICE und die NASA-Sonde Europa Clipper fliegen den Mond an), steigt die Neugier von Jahr zu Jahr.

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Projekt KRUSTY: NASA will auf Mond und Mars Kernreaktoren niedriger Leistung betreiben

Krusty heißt in der Serie „Die Simpsons“ ein Clown, der sich in der Regel alles andere nett verhält. Die US-Weltraumagentur NASA nennt so ihr Projekt, die Erforschung des Mondes und der Planeten mit Hilfe von Kernreaktoren (der Laie würde „Atomkraftwerke“ sagen) zu erleichtern. KRUSTY steht für „Kilopower Reactor Using Stirling Technology“ und hat sich bereits in diversen Tests als in jeder Hinsicht zuverlässig und sicher erwiesen.

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Was passiert, wenn die Sonne gestorben ist?

In etwa zehn Milliarden Jahren wird die Sonne ihre Existenz beenden, so viel ist klar. Aber die Astronomen denken natürlich schon weiter – sie fragen sich, was aus unserem Muttergestirn danach wird. Neun von zehn Sternen hinterlassen beim Übergang vom Roten Riesen zum Weißen Zwerg einen planetaren Nebel, eine massive, leuchtende Blase aus interstellarem Gas und Staub. Diese kann fast die halbe Masse des ehemaligen Sterns enthalten; sichtbar ist sie für etwa 10.000 Jahre, solange der Kern noch heiß genug ist, sie von innen anzuleuchten. Doch die Sonne hatte man bisher für zu leicht für ein solches bleibendes Denkmal gehalten – man ging davon aus, dass mindestens die doppelte Sonnenmasse nötig ist.

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Wie die Insight-Sonde das Innere des Mars erforscht

Als Vorab-Recherche für meinen kommenden Roman „Mars Nation“ verfolge ich gerade live den Start des neuen Mars-Satelliten „Insight“. Erstmals beginnt eine interplanetare NASA-Mission damit an der US-Westküste. Startgelände ist die Vandenberg Air Force Base, Heimat der 30. Space-Wing der US Air Force. Von hier starten sonst militärische und zivile Missionen in den Erdorbit, aber die Insight-Sonde ist so leicht, dass man den Vorteil der Äquatornähe nicht braucht. Außerdem war die Basis im zur Verfügung stehenden Startfenster (nur alle 26 Monate gibt es eines) noch nicht so ausgebucht wie das KSC in Florida.

Die Mission wird gleich drei neuartige wissenschaftliche Experimente durchführen, für die man eine feste, möglichst unbewegliche Basis (also keinen Rover) braucht. Nach der Landung mit Fallschirm und Bremstriebwerken wird ein Roboterarm (Instrument Deployment System) über einen Zeitraum von mehreren Monaten die zwei Haupt-Experimete auf der Oberfläche absetzen.

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Sterngrößen im Universum: Einmal neu durchzählen, bitte?

Wenn Astronomen Aussagen darüber treffen, wie viele Sterne welcher Größe es in unserer Milchstraße und anderswo geben könnte, dann zählen sie diese nicht einfach durch – sie schätzen. Als Grundlage dafür dienen Modelle, die irgendwann jemand aufgestellt hat und die dann in der Realität überprüft wurden. Ein solches Modell ist die Salpeter-Funktion, erstmals 1955 von Edwin Salpeter für die Umgebung der Sonne abgeleitet. Sie stellt einen Zusammenhang her zwischen den Anfangsmassen junger Sterne und den Massen der Kerne, aus denen sie entstehen. Demnach sollte es deutlich mehr Sterne geringer Masse als Sterne hoher Masse geben, was sich in der Folge dann auch auf die Verteilung der Endprodukte im Universum auswirkt, also von Schwarzen Löchern oder Neutronensternen.

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