Die Langfrist-Wettervorhersage für den Mars: Der nächste Staubsturm kommt

Bei der Planung Ihres nächsten Ausflugs zum Mars beeilen Sie sich besser: Forscher befürchten nämlich, dass ab Sommer 2018 erneut – wie schon 1977, 1982, 1994, 2001 und 2007 – ein globaler Staubsturm Ihren wohlverdienten Urlaub gefährden könnte. Der Sturm würde zudem geplante Marsmissionen in Frage stellen: Der Opportunity-Rover, der von Solarzellen gespeist wird, müsste Strom sparen, die anderen Rover müssten sich an die deutlich schlechtere Sicht anpassen, und die für November geplante Landung des Insight-Landers der NASA bedarf einer Anpassung der Parameter.

Doch es gibt auch ein paar Forscher, die geradezu auf den globalen Staubsturm hoffen. Womöglich ist dieses Phänomen nämlich mitverantwortlich für den Wasserverlust, den unser Nachbarplanet seit Milliarden Jahren erleidet. Das deutet sich bei Analysen von Messungen des letzten Sturms von 2007 an. Damals hat sich der Wasserdampfgehalt in der mittleren Atmosphäre um das Hundertfache erhöht, was zu einem deutlich höheren Wasserverlust als in normalen Zeiten führt. Im Moment wäre die Gelegenheit für neue Messungen gerade besonders günstig, da sich mit MAVEN und dem MRO zwei geeignete Sonden im Mars-Orbit befinden. Früher hatte man angenommen, dass sich der Wasserverlust eher kontinuierlich vollzogen hätte.

Eine Analyse von 2007 aufgenommenen Daten mit verbesserter Technik zeigt eine Verhundertfachung des Wasserdampfgehalts in der Atmosphäre. (Bild: NASA/JPL-Caltech/Hampton Univ.)
Das linke Bild wurde im Juni 2001 aufgenommen; nur im Hellas-Bassin unten (helles Oval) sieht man örtliche Staubstürme. Einen Monat später (rechts) hatte sich das Wetter über den ganzen Planeten ausgebreitet. (Bild: NASA/JPL/MSSS)

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