Stößt sich das Universum von sich selbst ab?

Stößt das Universum sich selbst ab? Das ist ungefähr die Idee, die Forscher der Förderalen Baltischen Universität in Kaliningrad in ihrem Paper verfolgen. Sie beziehen sich dabei auf den Casimir-Effekt. Er bewirkt, dass zwei leitfähige, parallele Platten im Vakuum von einer Kraft zusammengedrückt werden. Es handelt sich dabei um ein quantenphysikalisches Phänomen, das von dem niederländischen Forscher Hendrik Casimir vorhergesagt und später auch bestätigt wurde.

Dass er für bisher unerklärliche Phänomene wie die Dunkle Energie verantwortlich sein könnte, dieser Gedanke ist nicht ganz neu. Verallgemeinert könnten fixe, harte Grenzen generell dazu führen, dass bestimmte Kräfte auftreten, nicht nur anziehende, auch abstoßende. Die russischen Forscher übertragen den Effekt nun auf ein holografisches Modell des Universums.

Dafür zeigen sie in ihrem Paper, dass ein Analogon des Casimir-Effekts tatsächlich zu einer Abstoßung führt, die der von uns gemessenen Dunklen Energie entsprechen müsste. Das Universum würde sich dann an den es charakterisierenden Grehzflächen selbst abstoßen. Je stärker der Kosmos nun wächst, desto größer wären auch diese Grenzflächen, sodass die abstoßende Kraft zunehmen müsste – wie es die Dunkle Energie vormacht.

Allerdings ist auch eine Enschränkung zu nennen: Die von den beiden Forschern mathematisch analysierten Modelle sind bisher rein theoretischer Art. Ob sich unser Universum wirklich durch sie erklären lässt, ist unklar. Sie haben aber einen gewissen Charme, weil sich ein bisher im Rahmen unserer Physik völlig unerklärbares Phänomen auf etwas Bekanntes, die Quantentheorie, zurückführen ließe.

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