Was macht eigentlich… die New-Horizons-Sonde?

Nachdem die NASA-Sonde New Horizons Mitte 2015 spektakuläre Bilder von Pluto und Charon geliefert hat, ist sie nun schon auf halbem Weg zu ihrem neuen Ziel, 2014 MU69. Am 3. April hat die Sonde die halbe Wegstrecke geschafft, vier Tage später ist dann auch Halbzeit – das liegt daran, dass sie umso langsamer wird, je weiter sie sich von der Sonne entfernt.

Am 1. Januar 2019 wird New Horizons dicht an 2014 MU69 vorbei fliegen – und dabei eine geringere Entfernung als zum Pluto erreichen. Die Forscher hoffen, ein seit Milliarden Jahren im Kälteschlaf befindliches Objekt aus der Frühzeit des Sonnensystems untersuchen zu können. 2014 MU69 ist 44 Mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde und hat einen Durchmesser von maximal 45 Kilometern. Um alle gewonnen Daten zu übermitteln, wird New Horizons etwa 20 Monate brauchen.

Deshalb darf sich die Sonde nun ausruhen: Ab dem 7. April werden die Missionsbetreuer am Johns Hopkins Applied Physics Laboratory (APL) in Laurel, Maryland, das weit gereiste Raumschiff für 157 Tage in den Tiefschlaf versetzen. New Horizons befindet sich derzeit 5,7 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Ein Funksignal von der Erde erreicht sie nach fünf Stunden und 20 Minuten.

Der Long Range Reconnaissance Imager (LORRI) von New Horizons hat am 28. Januar 2017 eine Serie von 10-Sekunden-Belichtungen der Umgebung des Zieles der Sonde angefertigt. Das gelbe Viereck zeigt, wo sich MU69 im Januar 2019 befinden wird. Das Zielobjekt selbst ist aus 877 Millionen Kilometern Entfernung zu klein, als dass die Kameras der Sonde es schon sehen könnten. Die Forscher schätzen, dass das frühestens im September 2018 der Fall sein wird. (Bild: NASA/JHUAPL/SWRI)

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BrandonQMorris
  • BrandonQMorris
  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.