Was passiert, wenn die Sonne gestorben ist?

In etwa zehn Milliarden Jahren wird die Sonne ihre Existenz beenden, so viel ist klar. Aber die Astronomen denken natürlich schon weiter – sie fragen sich, was aus unserem Muttergestirn danach wird. Neun von zehn Sternen hinterlassen beim Übergang vom Roten Riesen zum Weißen Zwerg einen planetaren Nebel, eine massive, leuchtende Blase aus interstellarem Gas und Staub. Diese kann fast die halbe Masse des ehemaligen Sterns enthalten; sichtbar ist sie für etwa 10.000 Jahre, solange der Kern noch heiß genug ist, sie von innen anzuleuchten. Doch die Sonne hatte man bisher für zu leicht für ein solches bleibendes Denkmal gehalten – man ging davon aus, dass mindestens die doppelte Sonnenmasse nötig ist.

In einer neuen Arbeit, in Nature Astronomy veröffentlicht, gehen Forscher der University of Manchester jetzt dieser Frage auf den Grund. Sie nutzen dazu ein neues, auf vorhandenen Daten vieler Sterne beruhendes Modell. Dieses Modell zeigt, dass sich nach dem Abwurf des Nebels der ehemalige Stern in seinem Zentrum dreimal schneller aufheizt als gedacht. Damit kann er seine geringere Masse kompensieren. Es ergibt sich, dass die Sonne genau am unteren Rand der notwendigen Masse liegt – unsere fernen Nachfahren werden, wenn sie der dann ausgebrannten Erde einen Besuch abstatten, auf ihrem Friedhof also einen schönen planetaren Nebel bewundern können.

Professor Albert Zijlstra, einer der Autoren, ergänzt: „Wie fanden heraus, dass Sterne mit weniger als 1,1 Sonnenmassen weniger helle Nebel produzieren. Sterne mit mehr als drei Sonnenmassen hingegen erzeugen deutlich hellere Nebel. Im Bereich dazwischen stimmt unser Modell mit den älteren Modellen überein.“

Abell 39 ist ein planetarer Nebel – und damit die Zukunft der Sonne (Bild: T.A.RECTOR (NRAO/AUI/NSF AND NOAO/AURA/NSF) AND B.A.WOLPA (NOAO/AURA/NSF) )

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