Projekt KRUSTY: NASA will auf Mond und Mars Kernreaktoren niedriger Leistung betreiben

Krusty heißt in der Serie „Die Simpsons“ ein Clown, der sich in der Regel alles andere nett verhält. Die US-Weltraumagentur NASA nennt so ihr Projekt, die Erforschung des Mondes und der Planeten mit Hilfe von Kernreaktoren (der Laie würde „Atomkraftwerke“ sagen) zu erleichtern. KRUSTY steht für „Kilopower Reactor Using Stirling Technology“ und hat sich bereits in diversen Tests als in jeder Hinsicht zuverlässig und sicher erwiesen.

Technisch besteht der Energieerzeuger aus einem mit Uran-235 gefüllten Kern, der etwa so groß ist wie eine Papiertuch-Rolle. Die durch die Spaltungsreaktionen erzeugte Wärme wird von Natrium-Röhren abgeleitet und in hocheffizienten Stirling-Motor in elektrische Energie umgewandelt. KRUSTY kann auf diese Weise zehn Kilowatt elektrische Leistung erzeugen, genug für mehrere Haushalte – und zwar wartungsfrei für mindestens zehn Jahre. Das wäre sowohl auf dem Mond interessant, wo die Nächte bis zu zwei Wochen dauern, als auch auf dem Mars, wo die Erzeugung von Solarstrom wesentlich weniger effizient als auf der Erde ist. Vier KRUSTY-Einheiten würden demnach für die Gründung einer Mars-Basis ausreichen. Kleinere Modelle mit 1 kW könnten auf Rovern eingesetzt werden.

Der leitende Ingenieur Marc Gibson sagt dazu: „Die Kilopower-Technologie gibt uns die Möglichkeit, die beschatteten Krater des Mondes zu erforschen. Wenn wir dann Astronauten für Langzeitaufenthalte auf Mond und Mars landen lassen, brauchen wir eine solche neue Art von Stromquelle.“

Forscher schließen die Vakuum-Kammer um KRUSTY, in der der Reaktor ähnlichen Bedingungen wie auf dem Mond ausgesetzt wird (Bild: Los Alamos National Laboratory)
So könnten KRUSTY-Stationen auf dem Mars aussehen (Bild: NASA)

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