Wo ist das Geschwister der Milchstraße geblieben?

Es waren einmal drei Geschwister, die gemeinsam das Weltall durchstreiften. Zwei ihrer Namen kennt man noch heute: Die Milchstraße und die Andromeda-Galaxie sind nach wie vor die beherrschenden Galaxien der Lokalen Gruppe. Doch das dritte Geschwister ging vor zwei Milliarden Jahren verloren – als »M32p« bezeichnen es die Astronomen heute. M32p war damals die drittgrößte Galaxie der lokalen Gruppe und zwanzig Mal größer als jede Galaxie, die je mit der Milchstraße verschmolzen ist.
Wie sich inzwischen herausgestellt hat, hat Andromeda M32p auf dem Gewissen. Astronomen fanden verräterische Spuren im Halo von Andromeda, das von metallreichen, mittelalten Sternen dominiert wird. In Computersimulationen zeigte sich, dass dafür nur die Verschmelzung mit einer anderen, sehr großen Galaxie in Frage kommt. Ihr Kern findet sich heute in Andro-Beta, M32, einer elliptischen Zwerg-Galaxie, die Andromeda begleitet.

In 3,75 Milliarden Jahren werden Andromeda und Milchstraße verschmelzen. Von der Erde sieht das so aus. (Bild: NASA, ESA, Z. Levay und R. van der Marel (STScI) und A. Mellinger)
Der kompakte Kern der Zwerggalaxie M32 wirkt heute nicht mehr sehr beeindruckend (Bild: Tod R. Lauer/NASA)

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BrandonQMorris
  • BrandonQMorris
  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.