2017
August
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Die Erde bekommt Besuch: Asteroid Florence nähert sich am 1. September

Florence ist etwa 4,4 Kilometer groß und rund 4,5 Milliarden Jahre alt. Am 1. September trifft sie sich mit der gleichaltrigen Erde für ein kurzes Rendezvous. Etwa 7 Millionen Kilometer werden dann zwischen ihr und unserem Heimatplaneten liegen. Das ist nah, wenn man es auf der Ebene des Sonnensystems betrachtet (siehe animiertes GIF oben), aber doch noch recht fern, berücksichtigt man, dass es sich um die 18-fache Distanz Erde-Mond handelt.

Wer ein Fernrohr besitzt, sollte sich den Anblick von 3122 Florence, so ihr voller Name, nicht entgehen lassen. Die scheinbare Helligkeit wird von Ende August bis Anfang September auf Mag 9 steigen, sodass Florence auch in einer Amateuroptik zu sehen sein wird, und zwar in den Sternbildern Steinbock, Wassermann und Delphin. So nah wird uns der Asteroid erst im Jahr 2500 wieder kommen.

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Die verborgene Struktur des Kosmos

Stellen Sie sich vor, Sie wären eine menschliche Zelle, säßen vielleicht irgendwo in der Niere, schon seit ihrer Geburt. Die nette Zelle von nebenan fragt sie: „Wie mag der Mensch, in dem wir uns befinden, wohl aussehen?“ Wie lautet ihre Antwort? Sie werden sich vermutlich umsehen und dann aus Ihrer Umgebung auf das große Ganze schließen. Und liegen damit völlig falsch.

In einer ähnlichen Situation befindet sich der Mensch, wenn es darum geht, sich die Struktur des Kosmos zu erschließen. Wir können zwar in alle Richtungen blicken, aber selten bis ans Ende. Die Milchstraße, die Galaxis, in der wir leben, versperrt schon einmal einen großen Teil des Blicks. Und dann ist da auch noch die Dunkle Materie, die eigentlich besser Transparente Materie heißen müsste, weil wir durch sie einfach hindurchgucken können, ohne dass uns ihre Anwesenheit bewusst wäre – die aber die normale Materie bei weitem überwiegt.

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Trappist-1 ist deutlich älter als das Sonnensystem

Anfang des Jahres machte ein etwa 39 Lichtjahre von der Erde entferntes System Schlagzeilen: Um den Stern Trappist-1 hatte man bis zu sieben Planeten gefunden, von denen sich mindestens drei in der bewohnbaren Zone bewegen sollten. Trappist-1 ist ein Roter Zwerg, kaum größer (aber deutlich schwerer) als unser Jupiter.

Ob die Welten, die ohn umkreisen, gute Bedingungen für Leben bieten, ist bisher nicht abschließend geklärt. Ein wichtiger Faktor dabei ist das Alter des Zentralsterns. Rote Zwerge produzieren gerade in ihrer Jugend jede Menge Strahlungsausbrüche (Flares), die den hier besonders nahen Planeten gefährlich werden können. Bisher hatte man angenommen, dass Trappist-1 tatsächlich noch relativ jung ist – mit nur 500 Millionen Jahren.

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Eine neue Sorte Stern: Was sind BLAPs?

Jeder Stern verändert sich im Lauf seines Lebens: Helligkeit, Temperatur, Größe oder Farbe können sich entwickeln. Besonders drastisch fallen die Veränderungen aus, wenn der Stern auf einen neuen Brennstoff umsteigt, weil der alte inzwischen nicht mehr ausreicht.

Bei manchen Exemplare jedoch kommt es zu periodischen Schwankungen, etwa bei den Cepheiden, Riesensternen, die in einem Rhythmus zwischen 1 und 130 Tagen ihre Helligkeit um bis zu zwei Größenklassen verändern, oder den RR-Lyrae-Sternen, die ähnlich stark schwanken, aber in deutlich kürzerer Zeit von 0,2 bids 1,2 Tagen. Astronomen lieben diese Veränderlichen, weil sich darüber Entfernungen im All messen lassen. Man weiß nämlich, dass Periode und absolute Leuchtkraft miteinander in Beziehung stehen. Misst man die Periode und die scheinbare Helligkeit, erfährt man, wie weit der Stern (und seine Umgebung) entfernt sein muss.

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Football oder Doppelasteroid? Das neue Ziel der New-Horizons-Sonde nimmt Form an

Nach ihrem sehr erfolgreichen Besuch bei Pluto steuert die New-Horizons-Sonde der NASA derzeit ein neues Ziel an: 2014 MU69, ein Bruchstück aus den Zeiten der Entstehung des Sonnensystems, das nie Teil eines Planeten wurde und nun im Kuipergürtel seine einsamen Bahnen zieht.

Ob das Objekt allerdings wirklich einsam ist, darf nach neuesten Beobachtungen aus Patagonien bezweifelt werden. Während das vielleicht 30 Kilometer durchmessende Objekt an einem fernen Stern vorbeizog, konnten Astronomen seine Form genauer bestimmen. Allerdings kommen noch immer zwei Varianten in Frage: Entweder handelt es sich um eine Art langgezogenen Football von 30 Kilometern, aus dem jemand einen kräftigen Bissen genommen hat – oder aber um gleich zwei Objekte, die im engen Formationsflug die Sonne umkreisen.

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Auf WASP-121 b glüht das Wasser

Der 880 Lichtjahre von der Erde entfernte Planet WASP-121b ist der erste, bei dem eine Stratosphäre identifiziert wurde. Das ist einem Forscherteam u.a. von der University of Exeter in Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble gelungen. Bei dem Planeten handelt es sich um einen Heißen Jupiter, also einen Gasplaneten ähnlich unserem Jupiter, der seinen Stern in großer Nähe umkreist. Pro Umlauf (also pro Jahr) braucht WASP-121b nur 1,3 Erdtage – nur etwas näher, und er würde von seinem Stern zerrissen.

Die große Nähe zu seinem der Sonne ähnelnden Mutterstern heizt den Planeten natürlich stark auf. Allerdings sind die obersten Schichten seiner Atmosphäre – die Stratosphäre – noch deutlich heißer als die unteren Schichten. Mit 2500 Grad ist es dort so heiß, dass Eisen gasförmig ist und Wassermoleküle im infraroten Bereich zu glühen beginnen. Das hat den Forschern überhaupt erst ihre Entdeckung ermöglicht.

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