2017
November
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‚Oumuamua: unser erster extrasolarer Besucher ist da

Im interstellaren Raum, also zwischen den Sternen, wo keine Planeten kreisen, gibt es in einem Würfel mit einer Kantenlänge von 10.000 AE (Astronomischen Einheiten, Entfernung Erde – Sonne) im Mittel etwa 2,4 Fels- oder Eisbrocken. Diese landen dort, weil bei der Evolution eines Planetensystems das Risiko groß ist, dass durch Ortsveränderungen großer Planeten kleinere Objekte auch mal komplett aus dem System geworfen werden. Ein paar dieser Körper müssten auch ab und zu auf unser Sonnensystem treffen, entweder auf der Durchreise oder um hier Asyl zu beantragen.

Tatsächlich scheinen aber alle über 750.000 bisher entdeckten Asteroiden und Kometen Ortsansässige zu sein. Das finden Astronomen gar nicht gut, denn Objekte, die den langen Weg aus anderen Sternensystemen zu uns geschafft haben, sind auf lange Sicht der einzige Weg, die Verhältnisse rund um andere Sonnen genauer zu untersuchen. Denn bis wir dort einmal selbst hinfliegen können, wird noch viel Zeit vergehen.

Umso erfreuter war die Astronomie-Gemeinde, als man Mitte Oktober auf ein Objekt stieß, für das man sich sogar eine neue Klassifikation ausdenken musste. „1I/2017 U1“ ist der erste interstellare Asteroid (1I). Inzwischen hat er sogar schon einen eigenen Namen, nämlich ‚Oumuamua – was so viel heißt wie „der erste Botschafter“. Der Name kommt aus der hawaiianischen Sprache, denn an der Universität Hawaii wurde der Asteroid auch entdeckt.

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Mit Darwin ins Weltall: Wie sich extraterrestrisches Leben entwickelt

Die Milchstraße enthält etwa 100 Milliarden Planeten. Rund ein Fünftel davon orbitiert in der habitablen Zone des jeweiligen Sterns. Würde nur auf einem Tausendstel Prozent dieser Himmelskörper Leben entstehen, also sehr konservativ gerechnet, wären das insgesamt schon 200.000 bewohnte Planeten oder etwa ein Planet mit Leben in einem Würfel mit einer Kantenlänge von 230 Lichtjahren.

Aber wie könnte außerirdisches Leben aussehen? Darüber spekulieren Forscher und Science-Fiction-Autoren gern. Das Problem: wir haben nur eine Vorlage, das irdische Leben, also sind wir tendenziell geneigt, dieses als Maßstab zu benutzen. Schon das Konzept der bewohnbaren Zone setzt darauf auf – wer sagt denn, dass für Lebewesen auf Siliziumbasis nicht ganz andere Umweltbedingungen optimal sind? Auf der Erde hat sich ein augebähnliches Sehorgan über 40 Mal unabhängig voneinander entwickelt – also gehen Astrobiologen davon aus, dass auch Außerirdische Augen haben sollten.

Das ist eine mechanistische Sichtweise, meint ein Forscherteam in einem Artikel im International Journal of Astrobiology. Es ist nicht unbedingt falsch, solche Vermutungen anzustellen, aber diese Vorgehensweise hat eine entscheidende Begrenzung darin, dass es eben bisher nur ein praktisches Beispiel für Leben gibt. Deshalb schlagen die Verfasser vor, zusätzlich auch theoriebasierte Prognosen zu geben. Denn es gibt eine Theorie, die sich bei der Erklärung der Vielfalt des Lebens auf der Erde sehr gut bewährt hat: die Theorie der natürlichen Selektion.

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Gasgigant umkreist Roten Zwerg – Forscher überrascht

Eigentlich hatten Astronomen ein Objekt wie NGTS-1b kaum für möglich gehalten: Ein Gasplanet, der einen Roten Zwerg der Spektralklasse M3 umkreist. Und doch ist ihnen ausgerechnet ein solcher Planet beim Start des „Next-Generation Transit Survey“ als erster ins Netz gegangen, deshalb auch sein Name NGTS-1b. NGTS ist ein auf zwölf Teleskopen weltweit basierender Survey, der sich das Ziel gesetzt hat, Exoplaneten aufzuspüren.

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