Dunkle Materie: Das Universum ist klumpiger geworden

Vier Fünftel der Materie im Universum ist unsichtbar. Trotzdem bestimmt diese »Dunkle Materie« das Schicksal des Kosmos. Aber wie ist sie verteilt? Das lässt sich feststellen, indem man die Wirkung ihrer Gravitation misst. Gravitation verändert auch den Weg, den das Licht ferner Galaxien nimmt. Die Hyper Suprime-Cam (HSC) des japanischen Subaru-Teleskops hat das für etwa zehn Millionen Galaxien untersucht. Je weiter eine Galaxie entfernt ist, desto tiefer kann man über sie in die Vergangenheit eintauchen. So lässt sich nicht nur die heutige Verteilung Dunkler Materie messen, sondern man kann auch Aussagen über die Vergangenheit treffen.

Das Ergebnis bestätigt die Erwartungen aus anderen Messungen – aber nicht ganz. Es zeigte sich, dass die »Klumpigkeit« mit den Jahrmilliarden zugenommen hat. Am Anfang war die Materie also noch weitgehend gleichverteilt, und dann haben sich die vorhandenen Abweichungen verstärkt. Die neuen Messungen zeigen aber auch Unterschiede zu den Daten etwa des europäischen Planck-Satelliten. Die Materie ist demnach nicht ganz so klumpig wie vermutet. Derzeit reichen die Daten allerdings noch nicht, um zu entscheiden, ob es sich um eine zufällige Abweichung handelt oder ob das Standardmodell der Kosmologie ungenügend ist.

Die Materieverteilung im Universum könnte etwas weniger klumpig sein als vermutet. Links die Ergebnisse des HSC-Instruments, rechts die Messungen des Planck-Satelliten (Bild: HSC-Team)

 

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