Ein ganzer Zoo protoplanetarer Scheiben

Sonnensysteme entstehen, wenn sich eine Gas- und Staubwolke unter der eigenen Gravitation so weit zusammenzieht, dass in ihrem Inneren ein neuer Stern seine Fusionsmaschine zünden kann. Das passiert auch heute noch.

Einen visuellen Beweis dafür liefert jetzt das SPHERE-Instrument des Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO). Astronomen haben damit junge Sterne vor allem des Typs T Tauri unter die Lupe genommen, die sich in verhältnismäßig kurzer Entfernung von der Erde (230 bis 550 Lichtjahre) befinden. Die Aufnahmen zeigen beeindruckende Details. Die Staub- und Gasscheiben kommen offenbar in den verschiedensten Formen vor. Ein Exemplar erinnert sogar an einen Hamburger. Zu sehen ist auf den Bildern auch die Wirkung sich gerade bildender Planeten.

Die Muttersterne sind nicht älter als zehn Millionen Jahre. Genau genommen handelt es sich bei den veränderlichen T-Tauri-Sternen noch gar nicht um „richtige Sterne“. Sie sind zwar teilweise größer als die Sonne, doch in ihrem Inneren ist es noch gar nicht heiß genug, um die Fusion von Wasserstoff zu zünden. Stattdessen zehren sie von ihrer eigenen Gravitationsenergie, die beim Zusammenziehen freigesetzt wird.

Eine Auswahl ungewöhnlicher protoplanetarer Scheiben rund um junge Sterne (Bild: ESO/H. Avenhaus et al./E. Sissa et al./DARTT-S and SHINE collaborations)
Die Staubscheibe um den jungen Stern IM Lupi in hoher Auflösung (Bild: ESO/H. Avenhaus et al./DARTT-S collaboration)

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